Waldkraft · Kundenanalyse · 1. August 2026

Die Kopfzahl stimmt.
Der Shop bricht weg.

606.608 Bestellungen seit 2018, davon 561.064 von Endkunden, bezahlt und nicht storniert · Quelle JTL Wawi

Wir haben zum ersten Mal alle Kunden seit 2018 ausgewertet und drei Fragen gestellt: Wer kauft bei uns? Was ist ein Neukunde wert? Und wohin läuft das?

Die Antwort in drei Sätzen: Als Kopfzahl gewinnen wir unverändert rund 51.000 Neukunden im Jahr — aber das ist eine Fassade. Der eigene Shop hat in zwei Jahren 48,9 % seiner Neukunden verloren; konstant bleibt die Summe nur, weil eine Marktplatz-Flotte gewachsen ist, die im laufenden Jahr 55 % aller Neukunden stellt und die kein Werbebudget bedient.

Der Wert je Neukunde fällt von 50,77 € auf 36,75 € — aber 53 bis 67 % davon sind Kanalmischung, nicht Kundenverhalten. Für den Kanal, den Werbung bedient, liegt der Wert bei 45,27 €.

Der echte Teil des Rückgangs sitzt im Wiederkauf: im Shop kommen noch 23,3 % im ersten Jahr zurück statt 35,5 % vor vier Jahren. Der Erstkauf dagegen ist stabil bis besser geworden.

Shop-Neukunden Jan–Jul −48,9 % 24.949 (2024) auf 12.756 (2026) · like-for-like, keine Hochrechnung
DB je Shop-Neukunde, Jahr 1 45,27 € Statt 36,75 € über alle Kanäle. Das ist die Zahl, gegen die ein Meta-Neukundenpreis steht — und sie ist eine Untergrenze
Ein Prozentpunkt Wiederkauf 15–28.000 € Marginal gerechnet: rund 510 Kunden je Punkt mit einem zusätzlichen Kaufakt zu ~29 € DB. 63.800 € wären die rechnerische Obergrenze
⚠️ Und eine der Zahlen oben misst zum Teil unsere eigene Stammdatenpflege. Der Deckungsbeitrag zählt nur Positionen mit gepflegtem Einkaufspreis — und zwar Erlös und Kosten. Deren Anteil ist im Shop von 94,7 % (2024) auf 76,7 % (2025) gefallen, die Lücke sitzt auf PEA und Methylenblau, also den meistbeworbenen Produkten. Der Artikelumsatz je Shop-Neukunde ist im selben Zeitraum flach (71,75 auf 71,83 €) und die Marge sogar gestiegen. Bis das nachgepflegt ist, sind alle 2025er-Geldwerte Untergrenzen — bereinigt läge der Shop-Wert bei bis zu 59,01 €. Details weiter unten.
Von drei offenen Fragen sind zwei inzwischen beantwortet. Beide waren Rechenaufgaben, beide sind gerechnet. Der ganze Abschnitt „Was ein Neukunde kosten darf“ weiter unten ist dadurch keine Tabelle mehr, sondern eine Antwort.

1 · Was kostet uns ein Neukunde? — beantwortet. Werbeblock plus Marketingpersonal geteilt durch die Neukunden desselben Zeitraums: 40,50 € über die letzten zwölf Monate, 42,12 € für Januar bis Mai 2026. Das ist eine Obergrenze, weil im Zähler auch Bestandskundenpflege steckt. Herleitung und vier Prüfrunden: docs/marketingkosten.html.

2 · Was bleibt vom Deckungsbeitrag übrig? — beantwortet. Aus der Preisliste über den tatsächlich verkauften Juli-Warenkorb gerechnet: nach Wareneinsatz 82,2 %, nach Vollkosten 74,2 %, nach den gemessenen Gutschriften 69,0 %. Damit schrumpft jeder Deckungsbeitrag dieser Analyse auf 84 % seines Werts.

3 · Warum fällt die Bindung — und warum bricht der Shop weg? Das bleibt offen. Bestelldaten sagen es nicht. Das eine ist eine Frage an Kundenservice, CRM und Logistik. Das andere braucht GA4, Search Console und die Spend-Historie: Marktplatz-Aufbau, Google-Ads-Wechsel und Amazon-Start fallen alle in dasselbe Fenster wie der Einbruch.
Und damit steht die Antwort, um die es in dieser Analyse geht: ein Neukunde kostet im ersten Jahr etwa so viel, wie er einbringt. Je nachdem, ob die fehlenden Einkaufspreise nachgepflegt werden, liegt das Ergebnis zwischen −8,09 € und +2,55 € je Kunde. Das erste Jahr trägt sich also bestenfalls selbst. Verdient wird beim zweiten Kauf — und genau der bricht weg (30,6 % auf 19,4 %). Die Rechnung steht im Abschnitt „Was ein Neukunde kosten darf“.

Der Befund, der zuerst kommt: der Shop halbiert sich

Die 51.000 Neukunden sind eine Kopfzahl über alle Kanäle. Werbung bedient aber nur einen davon — den eigenen Shop. Und der verliert.

Neukunden Januar bis Juli, nach Kanal des Erstkaufs
Gleiche Definition, gleiche Monate, keine Hochrechnung · Erstkauf über die volle Historie ab 2018
eigener Shop Amazon übrige Marktplätze
Shop-Neukunden 2024 auf 2026: −48,9 % (24.949 auf 12.756). Die Summe bleibt fast stabil, weil der Marktplatzanteil von 7,6 % (2022) auf 55,4 % im laufenden Jahr gestiegen ist. Amazon allein liegt inzwischen fast gleichauf mit dem eigenen Shop.
Januar–Juli20222023202420252026
Shop-Bestellungen48.20455.02561.66549.22735.152
Bestellungen gesamt50.64661.80171.44262.57956.658
Shop-Erlös2,45 Mio2,75 Mio3,04 Mio2,65 Mio2,08 Mio
Wandert es ab oder verschwindet es? Selbst wenn man jede Marktplatzbestellung als abgewanderte Shop-Nachfrage rechnet, bleiben gegenüber 2024 14.784 Bestellungen, die einfach weg sind — 56 % des Shop-Verlusts. Der Shop hat gegen jedes Vergleichsjahr verloren; das Gesamtgeschäft nur gegen das Rekordjahr 2024 (−20,7 %), gegen 2022 liegt es sogar +11,9 %.

Ob es dieselben Menschen sind, lässt sich nicht klären — die Marktplätze liefern pseudonymisierte Mailadressen (siehe unten). Die Größenordnung ist trotzdem ein Befund: Shop-Neukunden −12.193, Amazon-Neukunden +11.822. Wenn substituiert wird, kauft Werbung nicht Menge zurück, sondern Marge — ein Shop-Neukunde trägt 45 € Deckungsbeitrag, ein Amazon-Neukunde 20 €.
Der Marktplatz-Aufbau ist nicht „Amazon ab 2025", sondern eine seit 2022 wachsende Flotte: Mirakl-Marktplatz (2022), eBay (2023), Amazon (Volumen ab 01/2025), DocMorris (05/2025), Shop Apotheke DE und AT (03/2026), Kaufland. Ein zweiter eigener Shop existiert nichtkShop 2 ist über den ganzen Zeitraum dieselbe Storefront, der Rückgang also keine Umbuchung.

Der zweite Befund: die Bindung fällt

Anteil der Neukunden, die im ersten Jahr ein zweites Mal kaufen — nach Jahrgang, in dem sie gewonnen wurden.

Wiederkaufsrate im ersten Jahr
Jahrgangsweise, kundengewichtet · nur vollständig gereifte Kohorten
alle Kanäle nur Shop
Auf gleicher Basis gelesen: über alle Kanäle ein Rückgang um 45 %, im Shop allein um 34 %. Achtung bei der durchgezogenen Linie: 2021 gab es noch keine Marktplätze, dort sind beide Linien identisch. Sie vergleicht also einen reinen Shop-Wert gegen einen Mischwert und baut den Kanaleffekt in ihre eigene Steigung ein. Als Verhaltensaussage tragfähig ist nur die gestrichelte Linie.

Vier Gegenerklärungen geprüft

Ist der Rückgang in Wahrheit Kanalmischung? Zu einem großen Teil ja. Der Marktplatzanteil an den Neukunden stieg von 7,6 % (2022) auf 55,4 % (Januar–Juli 2026). Zerlegt:

Rückgang der Bindung 2022 auf 2024 (7,50 Punkte): 30 bis 40 % Kanalmischung, der Rest Verhalten.
Rückgang des Deckungsbeitrags (9,49 €): 53 bis 67 % Kanalmischung.

Die Spannen sind der Abstand zwischen Laspeyres- und Paasche-Rechnung; bei einer Mixverschiebung dieser Größe wäre ein Punktwert irreführend.

Und noch schärfer: der Marktplatzkanal selbst verschlechtert sich gar nicht. Seine Wiederkaufsrate liegt über vier Jahrgänge bei 9,74 · 10,72 · 9,82 · 9,50 %. Er wird nicht schlechter, er wird nur größer. Der gesamte echte Verfall sitzt im Shop.

Verlieren wir die Wiederkäufe nur aus dem Blick, weil sie auf Amazon stattfinden? Das lässt sich nicht beantworten — und zwar prinzipiell nicht. 95,6 % der Amazon-Bestellungen und 99,5 % der Mirakl-Bestellungen laufen über pseudonymisierte Mailadressen (marketplace.amazon.de, notification.mirakl.net), die pro Käufer-Verkäufer-Paar vergeben werden und rotieren. Über alle Jahre finden sich genau zwei Identitäten mit Erstkauf Amazon und späterem Shop-Kauf. Das ist kein Befund, das ist die Bauartgrenze der Messung.

Drei Konsequenzen daraus: Die gemessenen 9,5 bis 14,7 % Marktplatz-Bindung sind eine Untergrenze — „Marktplätze binden schlechter" ist damit nicht belegt. Jede Alias-Rotation erzeugt einen Phantom-Neukunden: 87,9 % der Amazon-Identitäten haben genau eine Bestellung, bei echten Domains 69,4 %. Und reparabel ist es nur außerhalb von JTL — Amazon Brand Analytics liefert Wiederkaufsraten als Aggregat. DocMorris und Shop Apotheke liefern echte Adressen; dort ist Bindung messbar, sobald die Kohorten reifen.

Verkaufen wir heute einfach andere Produkte? Nein. Bei unverändertem Produktmix von 2021 läge die Rate 2025 bei 18,4 % statt 19,4 %. Der Mix-Effekt beträgt ±1 Prozentpunkt. Der Produkt-Mix war geprüft; der Kanal-Mix nicht — und er ist der ungleich größere Effekt.

Jede Produktgruppe bindet schlechter
Wiederkaufsrate im ersten Jahr, Jahrgang 2021 gegen Jahrgang 2025
Das ist der eigentliche Beweis: Es liegt nicht am Sortiment. Selbst Arthridea, unser bestbindendes Produkt, verliert zwölf Prozentpunkte.

Zählen wir Kunden falsch? Nein. Die Zuordnung über E-Mail statt Kundennummer ändert die Zahl der Folgebestellungen um sechs von 278.757. Gastbestellungen sind bei uns kein Problem.

Aber es begann nicht 2021 — und das ändert die Deutung

Die Reihe reicht bis 2018 zurück. Und sie fällt seit acht Jahren monoton, im Gleichschritt mit unserem Wachstum.

Wiederkaufsrate und Kohortengröße, 2018 bis 2025
Basis: Shop-Erstkäufer · Balken: Größe des Jahrgangs · Linie: Anteil mit zweitem Kauf im ersten Jahr
Von 46,4 % bei 2.567 Erstkäufern (2018) auf 27,3 % bei 39.699 (2024). Wir haben schon mehrfach skaliert, und jedes Mal fiel die Bindung. Der Jahrgang 2025 steht als offener Punkt, weil erst sieben Monate voll gereift sind.
Das ist die unbequemste Lesart, und sie ist zugleich die einzige empirische Antwort auf die Skalierungsfrage. Wenn die Bindung nicht fällt, weil etwas kaputtgegangen ist, sondern weil breitere Reichweite zwangsläufig lockerere Kunden bringt, dann ist „den zweiten Kauf reparieren" ein Kampf gegen einen Struktureffekt — und mehr Reichweite würde die Rate weiter drücken, nicht halten.

Beweisen können wir das nicht. Wachstum und Zeit laufen hier parallel, und beide Erklärungen — Struktureffekt oder echter Verfall — erzeugen dieselbe Kurve. Aber wer über zusätzliches Wachstum nachdenkt, sollte wissen, dass die pessimistische Lesart die besser belegte ist.
Der aktuelle Rand — und hier ist Vorsicht geboten. Gleicher Zeitraum gegen gleichen Zeitraum, Januar bis April, Rate nach 90 Tagen: 14,30 % (2024) → 12,84 % (2025) → 12,29 % (2026). Im Jahresmittel sieht das nach Verlangsamung aus.

Innerhalb von 2026 fällt es aber beschleunigt: Januar 13,65 %, Februar 12,39 %, März 11,63 %, April 10,90 %. Der April liegt 2,3 Punkte unter dem Vorjahresmonat — der größte Einzelabstand der ganzen Reihe. Der Jahresmittelwert verdeckt das. Von einer Stabilisierung zu sprechen wäre verfrüht; die nächsten drei Monatskohorten entscheiden.

Was ein Neukunde noch wert ist

Deckungsbeitrag je Neukunde im ersten Jahr
Nach Wareneinsatz, historische Einkaufspreise · je Neukundenjahrgang
Die Neukunden-Kopfzahl ist stabil (51.755 · 54.568 · 52.560 · 50.997). Was fällt, ist der Wert je Kunde — aber über die Hälfte davon ist Kanalmischung. Die saubere Zerlegung steht direkt darunter.

Dieselbe Zahl, nach Kanal zerlegt

Reifegradgleich (nur Kohorten mit 360 Tagen Reife) und auf dem Fenster Januar bis Juli, damit der Jahrgang 2025 mit den Vorjahren vergleichbar ist. Werbung kauft Shop-Neukunden — also ist die Shop-Spalte die relevante, nicht der Mischwert.

JahrgangShopMarktplatzAmazonMischwertMarktplatzanteil
202256,82 €19,80 €53,99 €7,6 %
202353,38 €23,98 €47,73 €19,2 %
202451,82 €22,18 €44,50 €24,7 %
202545,27 €23,56 €20,41 €36,76 €36,9 %
2026 (Jan–Jul)55,4 %

Die Mischwert-Spalte reproduziert die Zahlen dieser Analyse auf den Cent (36,76 gegen 36,75 €). Sie ist korrekt gerechnet — sie beschreibt nur einen Durchschnittskunden, den es so nicht gibt. Für die Kreditentscheidung zählt 45,27 €, nicht 36,75 €: eine um 23 % höhere Decke.

Und ein Vorbehalt, der genau diese Zahl betrifft

Der Deckungsbeitrag zählt ausschließlich Positionen mit gepflegtem Einkaufspreis (fEkNetto > 0) — und zwar Erlös und Kosten zugleich. Fehlt der Einkaufspreis, fällt der ganze Umsatz aus der Rechnung.

Shop, Jahrgang (Jan–Jul)2022202320242025
ausgewiesener DB je Neukunde56,82 €53,38 €51,82 €45,27 €
EK-Deckung82,9 %92,5 %94,7 %76,7 %
Artikelumsatz je Neukunde89,78 €77,38 €71,75 €71,83 €
Bruttomarge auf dem gedeckten Teil73,0 %73,4 %77,3 %82,2 %
Zwischen 2024 und 2025 ist der Artikelumsatz je Shop-Neukunde flach (71,75 auf 71,83 €) und die Marge gestiegen (77,3 auf 82,2 %). Der ausgewiesene Deckungsbeitrag fällt trotzdem um 13 % — weil ein Fünftel des Umsatzes gar nicht mehr mitgerechnet wird. Deckungsnormiert läge der Shop-Wert 2025 bei 59,01 € statt 45,27 €.

Das ist eine Obergrenze, keine Schätzung: die Marge auf dem gedeckten Teil stieg, während die Deckung fiel — was eher dafür spricht, dass die fehlenden Artikel unterdurchschnittlich Marge tragen. Die Wahrheit liegt dazwischen, und sie ist erst nach dem Nachpflegen bekannt.

Die Lücke ist kein Sortimentseffekt, sondern Pflege — und sie sitzt ausgerechnet auf den Produkten mit dem größten Werbedruck:

ArtikelUmsatz ohne Einkaufspreis (ab 2025)Umsatz mit
SET18078 PEA 120 Kapseln, Set466.560 €66.842 €
ER11125 Erdling PEA 120 Kapseln244.386 €36.299 €
WK10281 PEA Pulver für Hunde103.430 €73.345 €
WK10983 Methylenblau 1 %80.176 €7.113 €
… Rest der Top 25~297.000 €
Summe Top 251.191.553 €
Der Monatsverlauf zeigt, dass es behebbar ist und bereits daran gearbeitet wird: EK-Deckung im Shop 97,9 % (01/2024) auf 76,4 % (05/2025) auf 73,0 % (01/2026) auf 91,3 % (06/2026) auf 96,4 % (07/2026). Aber fEkNetto steht historisch in den Bestellpositionen — Nachpflegen im Artikelstamm repariert nur die Zukunft. Damit 2025 lesbar wird, müssen die vorhandenen Positionen rückwirkend über die Preisliste bewertet werden.

Und was danach kommt — das ist die eigentliche Wette

Ob sich ein Neukunde lohnt, entscheidet sich nicht im ersten Jahr — der Wiederkauf findet größtenteils danach statt. Diese Kurve ist deshalb die wichtigste im ganzen Dokument.

Kumulierter Deckungsbeitrag je Neukunde über drei Jahre
Je Neukundenjahrgang · nur Kohorten, die den jeweiligen Horizont voll erlebt haben
Jahrgang 2022 Jahrgang 2023 Jahrgang 2024
Ein Kunde von 2022 bringt nach drei Jahren 83,39 € statt 50,77 € — der Nachlauf verlängert das erste Jahr um Faktor 1,64. Aber dieser Faktor schrumpft: für Jahr 2 gegen Jahr 1 fällt er von 1,354 (2022) über 1,269 (2023) auf 1,196 (2024).
Das ist der unangenehmste Befund des Projekts. Es bricht nicht nur das erste Jahr weg — der Nachlauf bricht schneller weg. Genau der Teil, der einen niedrigen Anfangs-Deckungsbeitrag überhaupt rechtfertigen könnte. Fortgeschrieben landet ein Neukunde von 2025 nach drei Jahren bei grob 50 € Deckungsbeitrag vor Versand, Zahlung und Retouren; realistisch bleiben 30 bis 38 €. Das ist die Zahl, gegen die ein Neukundenpreis steht — und der ist ungemessen.
Eine Payback-Frist nennen wir hier bewusst nicht. Sie wäre zirkulär, solange kein Neukundenpreis danebensteht: „nach zwölf Monaten zurück" hieße nur, dass man genau den Erstjahres-Deckungsbeitrag bezahlt hat.
JahrgangNeukundenUmsatz Tag 0–30DB Jahr 1DB Jahr 2DB Jahr 3Wiederkauf
202251.75552,57 €50,77 €68,72 €83,39 €30,6 %
202354.56845,53 €46,27 €58,74 €69,85 €25,6 %
202452.56042,66 €44,65 €53,42 €23,1 %
202550.99746,39 €36,75 €19,4 %

Diese Tabelle steht über alle Kanäle — sie zeigt den Verlauf, nicht die Entscheidungsgröße. Für den Neukundenpreis gilt die Shop-Spalte weiter oben (45,27 €).

Eine Präzisierung zur Kernaussage: „Der Grund liegt im Wiederkauf" stimmt für heute, aber nicht für den ganzen Zeitraum. Der Umsatz der ersten 30 Tage fiel bis 2024 ebenfalls (52,57 auf 42,66 €) und hat sich seither erholt (46,39 €, laufendes Jahr 49,33 €). Der Wiederkauf hat sich nicht erholt. Im Shop repariert sich das Neugeschäft also von selbst, das Bestandsgeschäft nicht. Ob das auch kanalübergreifend gilt, ist offen — diese Spalte ist shop-only.

Wo der Hebel sitzt

Es gibt genau eine Hürde, und sie liegt ganz am Anfang. Wer zweimal kauft, bleibt fast sicher.

Die Wand zwischen Kauf 1 und Kauf 2
Wahrscheinlichkeit, dass auf den n-ten Kauf ein weiterer folgt
Von 183.301 Kunden kaufen 117.170 genau einmal. Wer die erste Hürde nimmt, bleibt mit steigender Wahrscheinlichkeit. Vorsicht: Die saubere Treppe ist zu einem Teil Selektion — wer zehnmal gekauft hat, ist per Definition der Treue. Die Stufe von 36 auf 56 % ist der belastbare Teil.

Über die Hälfte aller Neukunden kauft genau ein Produkt — und genau die binden am schlechtesten.

Produkte in der Erstbestellung und spätere Bindung
Wiederkaufsrate im ersten Jahr, nach Zahl der Positionen im Erstkauf
79.646 Kunden — mehr als die Hälfte — kaufen ein einziges Produkt und kommen zu 25,4 % wieder. Bei fünf Produkten sind es 41,2 %.

Dasselbe zeigt der Wert des Erstkaufs, und zwar monoton:

Erstkauf-WarenkorbKundenWiederkaufUmsatz Jahr 1
unter 25 €55.75824,4 %35 €
25–50 €58.43230,4 %64 €
50–75 €21.90236,6 %110 €
75–125 €17.83342,2 %164 €
über 125 €5.45747,0 %333 €
Nicht der Bon senkt die Bindung, sondern die Set-Form. Wer als Erstkauf ein Set nimmt, kauft mit 26,2 % seltener wieder als der Einzelartikel-Käufer mit 31,2 % — obwohl der Set-Bon höher ist. Ein 3er-Vorrat desselben Artikels deckt den Jahresbedarf und nimmt uns den Nachkaufanlass. Zwei verschiedene Artikel tun das nicht.

Die Bauanweisung lautet also: den Erstbestellwert über die zweite Produktart heben, nicht über die größere Packung. Beides bleibt Korrelation — wer heute fünf Produkte kauft, ist womöglich schlicht der bessere Kunde. Der Beweis wäre ein A/B-Test.

Wann der zweite Kauf kommt

Zeit bis zum zweiten Kauf
Kunden je Zeitfenster · die Dichte pro Tag steht im Tooltip
Gemessen an der Dichte pro Tag liegt der Gipfel bei Tag 15 bis 30. Gemessen an der Masse — und die zählt für die Steuerung — liegt sie zwischen Tag 30 und 180. Und ganz hinten steht eine ebenso große Gruppe: 12.665 Kunden, also 19,2 % aller Zweitkäufe, fallen erst nach Tag 360. Das rechtfertigt eine eigene Reaktivierungsstufe ab Monat zwölf — und es heißt zugleich, dass unsere Leitkennzahl „Wiederkauf im ersten Jahr" den echten Wiederkauf um rund ein Fünftel untertreibt.

Wer unsere wertvollen Kunden sind

80 % des Umsatzes kommen von rund einem Drittel der Kunden. Der Topkunde kauft vor allem öfter — Faktor 8,2 bei der Frequenz, Faktor 2,4 beim Bon. Die Sortimentsbreite (20,6 verschiedene Artikel gegen 2,1) ist Folge der Frequenz, nicht ihre Ursache.

GruppeUmsatzanteil⌀ Umsatz je Kunde⌀ Käufe⌀ Bon
Top 5 % (9.156)39,4 %901 €10,884 €
Top 6–20 % (27.468)29,0 %221 €3,957 €
Rest 80 % (146.488)31,6 %45 €1,335 €

Was Topkunden anders kaufen — und wie man diese Tabelle liest

Die Frage lautet: Welche Produkte stehen im Regal eines Topkunden, die im Regal eines normalen Kunden fehlen? Dafür wird ausgezählt, wie viele von 100 Topkunden ein Produkt schon einmal gekauft haben — und wie viele von 100 aller übrigen Kunden.

Produktvon 100 Topkundenvon 100 anderenVerhältnis
3er-Pack Vitamin C3,90,220×
3er-Pack Arthridea3,40,218×
OPC Pycnogenol15,31,114×
Sango-Koralle10,20,814×
Manuka Honig9,60,713×
Melatonin Drops16,01,511×
Vitamin D3 + K221,62,4
Borax15,25,3
CDL/CDS45,315,9
Die Falle, in die man hier zwangsläufig tappt. Ein Topkunde kauft im Schnitt 10,8 Mal, ein normaler Kunde 1,3 Mal. Er berührt allein dadurch rund achtmal so viele Produkte. Für jedes beliebige Produkt kommt deshalb automatisch ein Verhältnis von grob 9 bis 10× heraus, ganz ohne Vorliebe. Erst was deutlich darüber liegt, ist ein echtes Merkmal.

Vitamin D3 + K2 mit 9× ist also genau die Nullerwartung — Topkunden kaufen es nicht lieber, sie kaufen einfach mehr. CDL und Borax mit 3× liegen deutlich darunter: beide sind Türöffner, die fast jeder durchläuft. 45 von 100 Topkunden haben CDL — aber eben auch 16 von 100 normalen Kunden. Gemessen an ihrer viel größeren Kaufmenge kaufen Topkunden CDL unterdurchschnittlich.
Was man daraus NICHT ableiten darf: dass ein Manuka-Honig-Kauf jemanden zum Topkunden macht. Die Kausalität läuft mit hoher Wahrscheinlichkeit andersherum — wer tief im Sortiment steckt, landet irgendwann bei den Nischenprodukten. Die Tabelle taugt zur Erkennung, nicht zur Steuerung.

Wofür sie trotzdem gut ist: Sie beschreibt, wie das Regal eines wertvollen Kunden aussieht — und damit, welche Produkte in eine zweite oder dritte Ansprache gehören und nicht in die kalte Neukundenwerbung. Bei den 3er-Packs Vorsicht: hoher Verhältniswert, aber nur 250 bis 356 Topkunden absolut — als Zielgruppe zu klein. OPC (1.403), Sango (936) und Manuka (882) tragen genug Masse.

Mensch, Tier und die gemischten Haushalte

Waldkraft ist ein Menschen-Geschäft: 87 % der verkauften Positionen sind Humanprodukte, 6 % Tierprodukte.

Die drei Kundensegmente
Umsatz und Bindung · Zuordnung über 607 klassifizierte Artikel, Segment nach Wertanteil
Das Tier-Segment ist 0,31 Mio € — rund 1,5 % des ausgewerteten Umsatzes. Selbst ein perfektes Crossover bewegt hier einen niedrigen sechsstelligen Betrag.
Die 57,4 % bei „gemischt" sind weitgehend mechanisch: wer in zwei Kategorien kauft, hat meist schon mehrfach gekauft. Diese Zahl beweist keinen Wert des Mischens.

Belastbar ist dagegen der Einstieg: Erstkauf Mensch bindet zu 29,6 %, Erstkauf Tier zu 27,5 % — praktisch gleichwertig. Aber der Tier-Neukunde ist kein Durchschnittskunde, er ist eine Wette mit zwei sehr verschiedenen Ausgängen. Von 8.465 Tier-Erstkäufern:

Aus dem Tier-Einstieg wirdKundenAnteil
bleibt Tier-only5.29362,5 %
kauft auch Humanprodukte3.17237,5 %
Daraus folgt die eigentliche Steuerungsgröße. Hund ist der günstige Türöffner, das Humansortiment ist die Monetarisierung. Was wir steuern müssten, ist nicht die Wiederkaufsrate der Tier-Kunden, sondern die Übergangsquote von Tier zu Mensch. Sie liegt heute bei 37,5 % und ist an keiner Stelle ein Ziel. Über welchen Zeitraum dieser Übergang stattfindet, sagt die Auswertung nicht — das müsste man messen, bevor daraus eine 180-Tage-Kennzahl wird.

Einschränkung: Das ist ein Vergleich von Warenkorb-Zusammensetzungen, kein nachgewiesener zeitlicher Wechsel. Bei 87 % Humananteil im Sortiment ist ein Teil davon rechnerisch zu erwarten, und der Wert des Segments „gemischt“ ist teilweise mechanisch.

Das gilt bei aller Größenordnung: Das Tier-Segment ist 1,5 % des ausgewerteten Umsatzes. Der Hebel liegt nicht im Segment, sondern darin, dass wir auf Meta überwiegend Hunde-Creatives fahren und den Übergang danach nicht steuern.

Einstiegsprodukte

Als Produktgruppen gerechnet, nicht als einzelne Artikelnummern. Erstkäufer kumuliert über 2022 bis 2026, nicht pro Jahr.

ProduktgruppeErstkäuferWiederkauf Jahr 1Umsatz Jahr 1
CDL27.06629,9 %70 €
Borax21.99123,0 %57 €
PEA6.41730,8 %83 €
Arthridea5.67443,1 %128 €
NAC (Einzelartikel)2.36836,1 %122 €

Die beiden Volumenrückgrate CDL und Borax stellen zusammen 49.000 Erstkäufer und binden unterdurchschnittlich. Arthridea und NAC binden deutlich besser, sind aber vier- bis zehnmal kleiner.

Das ist keine Budgetanweisung. Ob Arthridea bessere Kunden anzieht oder macht, sagen diese Daten nicht. Und ob sich 49.000 Borax-Erstkäufer auf Produkte umleiten lassen, die heute 8.000 ziehen, ist eine offene Frage an den Media-Einkauf. Das gehört in einen Test.

Was ein Neukunde kosten darf, und was er kostet

Die Frage, die aus alledem folgt. Beide Seiten liegen jetzt vor.

Die Rechnung, in vier ZeilenWertWoher
Deckungsbeitrag je Neukunde, Jahr 1, nach Wareneinsatz40,52 €gewichtet auf denselben Nenner wie die Kosten (24.898 Shop zu 45,27 € plus 6.964 Sonstige zu 23,56 €)
davon nach Vollkosten und Gutschriften (× 0,84)34,03 €Preisliste über den verkauften Juli-Warenkorb, plus 4,74 % gemessene Gutschriften
Preis je Neukunde, letzte zwölf Monate40,50 €Werbeblock 1.077.368 € plus Marketingpersonal 213.003 €, geteilt durch 31.862 Neukunden
Ergebnis im ersten Jahr−6,47 €je Neukunde
Und die Gegenrechnung, die das Vorzeichen dreht. Die 34,03 € sind eine Untergrenze, solange die Einkaufspreise auf PEA und Methylenblau fehlen. Deckungsnormiert läge die Zeile bei 43,05 €, und dann steht dort +2,55 € statt −6,47 €. Für Januar bis Mai 2026, wo der Preis auf 42,12 € steigt, ergibt dieselbe Spanne −8,09 € bis +0,93 €.

In jeder dieser vier Lesarten liegt das Ergebnis nahe null. Ein Neukunde trägt sich im ersten Jahr, mehr nicht. Das Geld verdient der zweite Kauf, und der ist von 30,6 % auf 19,4 % gefallen. Deshalb ist die Bindung kein Nebenthema, sondern die einzige Stelle, an der aus diesem Geschäft Gewinn wird.

Die Umrechnung von „nach Wareneinsatz" auf „nach Vollkosten" ist gemessen, nicht geschätzt: über den tatsächlich verkauften Juli-Warenkorb (232 Artikel, 311.920 € Umsatz) trägt das Sortiment 82,2 % nach Wareneinsatz, 74,2 % nach den Vollkosten der Preisliste und 69,0 % nach den gemessenen Gutschriften. Die frühere Schätzung dieser Präsentation lautete 33 bis 37 €, gemessen sind es 34,03 €. Der Vorbehalt bleibt, dass der Juli-Warenkorb für den Jahrgang 2025 steht.

Die Ablese-Tabelle, weil sie die Empfindlichkeit zeigt

Basis ist der Shop-Deckungsbeitrag nach Wareneinsatz, also vor der Umrechnung oben:

Wenn ein Shop-Neukunde kostet…nach 1 Jahrnach 2 Jahrennach 3 Jahren
20 €+25 €+31 €+37 €
30 €+15 €+21 €+27 €
40 €+5 €+11 €+17 €
50 €−5 €+1 €+7 €
60 €−15 €−9 €−3 €

Basis: Shop-Jahrgang 2025 mit 45,27 € nach Wareneinsatz — nicht der Mischwert von 36,75 €, weil Werbung keine Marktplatzkunden bringt. Jahr 2 mit dem fortgeschriebenen Nachlauffaktor 1,13, Jahr 3 mit 1,25 (beide extrapoliert: der Faktor schrumpft, siehe oben). Die damals noch fehlenden Kosten (Versand, Zahlung, Pick-Pack, Retouren) waren hier auf 8 bis 12 € im ersten Jahr geschätzt, die Break-even-Grenze damit auf 33 bis 37 €. Beides ist inzwischen gemessen und die Schätzung war gut: der Abzug liegt bei 16 % vom Deckungsbeitrag, die Grenze bei 34,03 €. Die Tabelle bleibt stehen, weil sie zeigt, wie schnell das Vorzeichen kippt: zwischen 40 € und 50 € Kundenpreis liegen im ersten Jahr zehn Euro und der Unterschied zwischen Gewinn und Verlust.

Wenn 1 Mio. € Marketingbudget eingesetzt würden, entspräche das bei 35 € rund 28.500 Neukunden, bei 45 € rund 22.000 — gegen heute rund 20.000 bis 22.000 Shop-Neukunden im gesamten Jahr 2026. Das Budget hätte also die Größenordnung, den gesamten organischen Shop-Zustrom noch einmal danebenzustellen. Genau deshalb ist die Frage, warum dieser Zustrom gerade wegbricht, vor dem Einsatz zu klären und nicht danach.
Und ein Vorbehalt auf die ganze Tabelle: die 45,27 € sind eine Untergrenze, solange die Einkaufspreise auf PEA und Methylenblau fehlen. Deckungsnormiert läge die Zeile bei bis zu 59 € — und damit jede Grenze in dieser Tabelle rund 14 € höher. Das Nachpflegen von 25 Artikelnummern verschiebt die Entscheidungsgrundlage stärker als jede weitere Analyse.

Gegenprobe an einem einzelnen Kanal: Google Ads

Alles bisherige rechnet über die Buchhaltung: Kosten durch Neukunden. Das ist eine Obergrenze und sagt nichts darüber, ob ein einzelner Kanal trägt. Für Google Ads liegt das seit dem 6. August im Detail vor, gerechnet über die Deckungsbeiträge der tatsächlich verkauften Artikel. Das Ergebnis zeigt in dieselbe Richtung, und zwar unabhängig.

Google Non-Brand, Juli 2026Googles eigene Zahlenvorsichtige Lesart
Werbekosten15.091 €15.091 €
zugeordneter Warenwert37.578 €24.244 €
davon Deckungsbeitrag (62,3 %)23.422 €15.111 €
Überschuss über die Werbekosten+8.331 €+20 €
Deckungsbeitrag je Werbeeuro1,55 €1,00 €
In der vorsichtigen Lesart bringt Google exakt Selbstkosten. 15.091 € Werbung erzeugen 15.111 € Deckungsbeitrag. Nicht ungefähr, sondern auf zwanzig Euro genau. Die beiden Spalten unterscheiden sich nur darin, wem man die Käufe zurechnet: Google meldet für Non-Brand rund das 1,55-fache dessen, was Google Analytics demselben Kanal gibt. Welche Zahl stimmt, ist aus dem Konto nicht entscheidbar.

Auf einzelne Bestellungen heruntergebrochen kostet eine Google-Bestellung 17,66 € in Googles Zählung und 27,38 € in der vorsichtigen. Was daraus für den Neukundenpreis folgt, hängt an einer Zahl, die wir nicht haben: wie viele dieser Bestellungen Neukunden sind. Google Ads führt dafür eine eigene Segmentierung, sie ist in diesem Konto nicht eingerichtet.

Wenn x % der Google-Bestellungen Neukunden sind…kostet ein Neukunde (Googles Zählung)vorsichtig
36 %49 €76 €
45 %39 €61 €
55 %32 €50 €
70 %25 €39 €

Gegen die gemessene Decke von 34,03 € gehalten: Google trägt sich in seiner eigenen Zählung ab etwa der Hälfte Neukundenanteil, in der vorsichtigen Lesart praktisch nie. Diese eine Zahl einzurichten kostet einen Nachmittag und macht aus der Tabelle eine Antwort.

Warum das für die Bindung entscheidend ist, und nicht nur eine Randnotiz. Wenn ein Kanal im ersten Jahr Selbstkosten liefert, ist der gesamte Gewinn der zweite Kauf. Bei einer Wiederkaufsrate von 30,6 % (Jahrgang 2022) trägt jeder dritte gekaufte Kunde die Rechnung. Bei 19,4 % (Jahrgang 2025) ist es jeder fünfte. Es ist derselbe Werbeeuro, aber er kauft ein Drittel weniger von dem, was ihn überhaupt rechtfertigt.

Umgekehrt gerechnet: ein Prozentpunkt Wiederkauf ist 15.000 bis 28.000 € Deckungsbeitrag je Jahrgang. Der gesamte Google-Non-Brand-Überschuss liegt in der vorsichtigen Lesart bei 20 € im Monat. Ein einziger Prozentpunkt Bindung wiegt schwerer als das komplette Ergebnis dieses Kanals.

Vorbehalte, die dazugehören: Der Deckungsbeitragsanteil von 62,3 % stammt aus dem Juli-Warenkorb und ist nach Gutschriften gerechnet. Die Zuordnung „Google-Bestellung“ ist Googles eigene und deshalb in der linken Spalte großzügig. Und der Vergleich läuft über Bestellungen, während die Decke je Neukunde gilt. Solange der Neukundenanteil fehlt, sind die beiden Zahlen nicht direkt gegeneinander zu halten. Voller Rechenweg: https://google-report.waldkraft.bio.

Was ich vorschlagen würde

Die ersten drei sind Rechenaufgaben, keine Projekte, und kosten zusammen weniger als zwei Tage.

Zuerst

Einkaufspreise nachpflegen — und rückwirkend bewerten

25 Artikelnummern, angeführt von PEA und Methylenblau, 1,19 Mio € ungedeckter Umsatz. Danach ist der Deckungsbeitrag je Neukunde zum ersten Mal eine saubere Zahl. Der billigste Schritt mit der größten Wirkung auf die Entscheidungsgrundlage — er verschiebt die CAC-Obergrenze potenziell um ein Fünftel. Wichtig: fEkNetto steht historisch in der Bestellposition, der Artikelstamm allein repariert nur die Zukunft.

Zuerst

Klären, warum der Shop wegbricht

Die teuerste offene Frage. Marktplatz-Aufbau, Google-Ads-Wechsel und Amazon-Start fallen alle in dasselbe Fenster wie der Einbruch — Bestelldaten können das nicht trennen. GA4-Sitzungsquellen, Search-Console-Brand-Impressions und die Spend-Historie über denselben Zeitraum können es. Bevor eine Million in bezahlte Neukunden geht, sollte klar sein, ob der Kanal, in den sie fließt, gerade organisch wegbricht.

Zuerst

Was kostet ein Neukunde?

Marketingkosten laut BWA geteilt durch die Neukunden desselben Zeitraums. Eine Division, keine Analyse. Ergebnis ist ein Satz: Obergrenze X €, heutiger Preis Y €, Abstand Z. Damit wird aus der Tabelle oben eine Antwort.

Zuerst

Den echten Deckungsbeitrag rechnen

Die 45,27 € sind nur nach Wareneinsatz. Versand, Zahlungsgebühren, Pick-Pack, Retouren und 5 bis 7 % Rabattpositionen fehlen. Quelle steht fest: Preisliste, Spalte „Gesamtkosten inkl. Versand und Zahlungsanbieter“. Getrennt je Einstiegsprodukt, nicht als Durchschnitt — Borax mit 20 € Bon und Arthridea mit 128 € tragen völlig verschiedene Versandanteile.

Zuerst

Einen Frühindikator festlegen

Die Wiederkaufsrate braucht 360 Tage. Der Wert nach 90 Tagen taugt als Frühwarnung: sein Verhältnis zur Jahresrate liegt über fünf Jahrgänge zwischen 0,52 und 0,57. Heutige Baseline: 12,3 % nach 90 Tagen (Januar bis April 2026). Fällt eine neue Kohorte darunter, wissen wir es nach drei Monaten statt nach einem Jahr.

Diese Woche

Attribution reparieren

Der _fbc-Cookie liegt beim Checkout schon vor und geht an Meta. Er muss zusätzlich bei uns landen. Aufwand: Stunden. Wichtig: Es wirkt nicht rückwirkend, wir messen erst ab Einbau. Als Brücke für sofort: Abgleich der Meta-Käuferkohorte gegen die Bestellliste über E-Mail-Hash.

Parallel

Den zweiten Kauf angehen

15.000 bis 28.000 € Deckungsbeitrag je Prozentpunkt und Jahrgang — marginal gerechnet, also für den Kunden, den man tatsächlich umdreht (rund 510 Kunden je Punkt mit einem zusätzlichen Kaufakt zu ~29 € DB). Die 63.800 € oben gelten nur, wenn jeder gewonnene Wiederkäufer sich wie der Durchschnitt verhält. Erster Schritt ist eine Ist-Aufnahme: Was passiert heute zwischen Tag 0 und 60, und wie haben sich Öffnungs-, Klick- und Abmelderate seit 2022 entwickelt? Beides kommt in einer Stunde aus dem Mailsystem — und die Verlaufskurve ist zugleich der erste ernsthafte Kandidat für die Ursache.

Parallel

Reaktivierung ab Monat zwölf

12.665 Kunden — ebenso viele wie im gesamten Fenster Tag 91 bis 180 — kaufen erst nach Tag 360 zum zweiten Mal. Dagegen gibt es heute keinen Flow. Billig, vollständig im Marketing umsetzbar.

Zu besprechen

Lohnt es sich, Neukunden gezielt einzukaufen?

Das ist die eigentliche Frage hinter dieser Analyse, und sie ist noch nicht entschieden. Der Gedanke: Ein Neukunde muss sich nicht am ersten Tag rechnen, wenn er über drei Jahre 83 € bringt. Ob das trägt, hängt an genau zwei Zahlen — was er kostet und was nach Vollkosten übrig bleibt. Beide stehen oben als Rechenaufgabe. Wenn sie vorliegen, ist die Frage in zehn Minuten beantwortet, und zwar mit Ja oder Nein statt mit einem Gefühl.

Laufend

Wiederkaufsrate ins Media-Reporting

Solange das Wochenreporting Erstkäufer und ROAS zeigt und nicht die Bindung der eingekauften Kohorte, wiederholt sich genau das, was dieses Dokument beschreibt: gleiche Menge, schlechtere Kunden. Ein Tag Aufbau.

Später

Einstiegsportfolio testen

Nicht umsteuern, testen. Zwei bis drei Produkte gegen den aktuellen Favoriten, definiertes Budget, Abbruchkriterium. Braucht vorher einen Frühindikator — die Wiederkaufsrate dauert 360 Tage, ein Media-Test vier Wochen. Kandidat ist der Deckungsbeitrag nach 90 Tagen, aber das muss vorab festgelegt werden.

Was diese Analyse nicht kann

Welche Zahl steht auf welcher Basis?

Das Dokument nutzt bewusst zwei Schnitte. Wer nachrechnet, sollte wissen, welcher wo gilt:

SchnittWo er verwendet wirdBeispiel 2025
Alle KanäleWiederkaufskurve, Deckungsbeitrag-Zeitreihe, Nachlauf50.997 Neukunden · 19,4 % Wiederkauf · 36,75 €
Nur ShopBreak-even und Neukundenpreis, Acht-Jahres-Reihe, Frühindikator, Warenkorb, Wand, Konzentration, Zeit bis Kauf 2, Umsatz Tag 0–30, Produktmix, Einstiegsprodukte18.877 gereifte Erstkäufer · 23,3 % · 45,27 €

Der Shop-Schnitt ist bei der Bindung der freundlichere, beim Geld aber der richtige: Werbung bringt keine Marktplatzkunden, also gehört der Break-even auf die Shop-Zahl. Der Marktplatzanteil an den Neukunden lag 2025 bei 42 % und liegt im laufenden Jahr bei 55 % — in der Kernaussage stand früher „37 %“, das war zu niedrig. Wo beide Zahlen nebeneinander auftauchen, ist das kein Widerspruch, sondern dieser Basisunterschied. Geldbeträge werden durchgängig erst ab 2022 gerechnet, weil die Positionslogik davor eine andere Bedeutung hatte.

Reifegrad: Alle Werte je Kanal stehen ausschließlich auf Kohorten mit 360 Tagen Reife und auf dem Fenster Januar–Juli, damit der Jahrgang 2025 mit den Vorjahren vergleichbar ist. Die Mischwert-Spalte reproduziert die Vollkohorten-Zahlen dieser Analyse auf den Cent. Vollständige Herleitung: docs/KUNDENANALYSE-KANAL-2026-08-01.md.

Methodik und Selbstkorrekturen

Grundgesamtheit: Endkunden, Mandant Alveda, bezahlte und nicht stornierte Bestellungen. Großhändler, Händler und Therapeuten sind ausgeschlossen — sie stellen 13 % des obersten Umsatzdezils, kaufen zu anderen Konditionen und sind über Werbung nicht vermehrbar. Geldbeträge erst ab 2022, weil die Positionslogik davor eine andere Bedeutung hatte.

Acht Datenqualitäts-Gates vor jeder Kennzahl, drei unabhängige Vier-Augen-Reviews auf SQL und Befund. Sechs Fehler wurden dabei gefunden und behoben:

FehlerWirkung, wenn ungefixt
Erstkauf im 2022-Fenster bestimmtJanuar-2022-Kohorte zu 30 % mit Bestandskunden kontaminiert
Rabatte als eigene Positionen übersehen89.574 Gutscheinpositionen wären aus dem Umsatz gefallen
Bruttopreis statt Nettopreishätte den Großhandelsanteil kleingerechnet
Wiederkaufsquote als Umsatz-Retention gelesenhätte den Kundenwert um 21 % zu niedrig angesetzt
„Topkunden kaufen breiter“falsch — der Treiber ist die Frequenz, nicht die Breite
Lift bei häufigen Produktenein Lift ist nach oben gedeckelt: bei 15,9 % Verbreitung sind rechnerisch nie mehr als 6,3× möglich. „CDL unterrepräsentiert“ war ein Sättigungsartefakt und ist gestrichen
Lichtblick am aktuellen Randder Jahresmittelwert verdeckte, dass es innerhalb 2026 beschleunigt fällt
Kanal-Mix nie geprüftder Produkt-Mix war geprüft (±1 Punkt) und ausgeschlossen, der Kanal-Mix nicht. 53 bis 67 % des DB-Rückgangs als Kundenverhalten gedeutet; die CAC-Decke lag dadurch 19 % zu niedrig
EK-Deckung nicht mitgeführt13 % DB-Verfall ausgewiesen, wo der Artikelumsatz je Kunde flach ist und die Marge steigt. Gefunden in Runde 5 von der GF-Rolle, nicht von einer Fachachse
Reifegrad-Filter fehlte im Kanal-Lauf36 % des Jahrgangs 2025 gingen rechts-zensiert in einen 360-Tage-Mittelwert; beide Reviewer fanden es unabhängig
Basisjahre gemischt„44.000 € je Prozentpunkt“ teilte einen DB-Verlust gegen 2022 durch eine Punktdifferenz gegen 2021. Marginal gerechnet sind es 15.000 bis 28.000 €

Die letzten vier stammen aus einer fünften Vier-Augen-Runde in den Rollen Geschäftsführer und Marketing-Leiter. Beide Funde wurden vor der Übernahme selbst gegen die Rohdaten nachgerechnet — in früheren Runden waren zwei Reviewer-Behauptungen nachweislich falsch.