606.608 Bestellungen seit 2018, davon 561.064 von Endkunden, bezahlt und nicht storniert · Quelle JTL Wawi
Wir haben zum ersten Mal alle Kunden seit 2018 ausgewertet und drei Fragen gestellt:
Wer kauft bei uns? Was ist ein Neukunde wert? Und wohin läuft das?
Die Antwort in drei Sätzen: Als Kopfzahl gewinnen wir unverändert rund 51.000
Neukunden im Jahr — aber das ist eine Fassade. Der eigene Shop hat in zwei Jahren
48,9 % seiner Neukunden verloren; konstant bleibt die Summe nur, weil eine
Marktplatz-Flotte gewachsen ist, die im laufenden Jahr 55 % aller Neukunden
stellt und die kein Werbebudget bedient.
Der Wert je Neukunde fällt von 50,77 € auf 36,75 € — aber
53 bis 67 % davon sind Kanalmischung, nicht Kundenverhalten. Für den Kanal, den
Werbung bedient, liegt der Wert bei 45,27 €.
Der echte Teil des Rückgangs sitzt im Wiederkauf: im Shop kommen noch 23,3 %
im ersten Jahr zurück statt 35,5 % vor vier Jahren. Der Erstkauf dagegen
ist stabil bis besser geworden.
Shop-Neukunden Jan–Jul−48,9 %24.949 (2024) auf 12.756 (2026) · like-for-like, keine Hochrechnung
DB je Shop-Neukunde, Jahr 145,27 €Statt 36,75 € über alle Kanäle. Das ist die Zahl, gegen die ein Meta-Neukundenpreis steht — und sie ist eine Untergrenze
Ein Prozentpunkt Wiederkauf15–28.000 €Marginal gerechnet: rund 510 Kunden je Punkt mit einem zusätzlichen Kaufakt zu ~29 € DB. 63.800 € wären die rechnerische Obergrenze
⚠️ Und eine der Zahlen oben misst zum Teil unsere eigene Stammdatenpflege. Der
Deckungsbeitrag zählt nur Positionen mit gepflegtem Einkaufspreis — und zwar Erlös
und Kosten. Deren Anteil ist im Shop von 94,7 % (2024) auf 76,7 % (2025) gefallen,
die Lücke sitzt auf PEA und Methylenblau, also den meistbeworbenen Produkten. Der
Artikelumsatz je Shop-Neukunde ist im selben Zeitraum flach (71,75 auf 71,83 €) und die
Marge sogar gestiegen. Bis das nachgepflegt ist, sind alle 2025er-Geldwerte Untergrenzen —
bereinigt läge der Shop-Wert bei bis zu 59,01 €. Details weiter unten.
Von drei offenen Fragen sind zwei inzwischen beantwortet. Beide waren Rechenaufgaben,
beide sind gerechnet. Der ganze Abschnitt „Was ein Neukunde kosten darf“ weiter unten ist
dadurch keine Tabelle mehr, sondern eine Antwort.
1 · Was kostet uns ein Neukunde? — beantwortet. Werbeblock plus Marketingpersonal
geteilt durch die Neukunden desselben Zeitraums: 40,50 € über die letzten zwölf Monate,
42,12 € für Januar bis Mai 2026. Das ist eine Obergrenze, weil im Zähler auch
Bestandskundenpflege steckt. Herleitung und vier Prüfrunden: docs/marketingkosten.html.
2 · Was bleibt vom Deckungsbeitrag übrig? — beantwortet. Aus der Preisliste über
den tatsächlich verkauften Juli-Warenkorb gerechnet: nach Wareneinsatz 82,2 %, nach Vollkosten
74,2 %, nach den gemessenen Gutschriften 69,0 %. Damit schrumpft jeder
Deckungsbeitrag dieser Analyse auf 84 % seines Werts.
3 · Warum fällt die Bindung — und warum bricht der Shop weg? Das bleibt offen.
Bestelldaten sagen es nicht. Das eine ist eine Frage an Kundenservice, CRM und Logistik. Das
andere braucht GA4, Search Console und die Spend-Historie: Marktplatz-Aufbau,
Google-Ads-Wechsel und Amazon-Start fallen alle in dasselbe Fenster wie der Einbruch.
Und damit steht die Antwort, um die es in dieser Analyse geht: ein Neukunde kostet im
ersten Jahr etwa so viel, wie er einbringt. Je nachdem, ob die fehlenden Einkaufspreise
nachgepflegt werden, liegt das Ergebnis zwischen −8,09 € und +2,55 € je Kunde.Das erste Jahr trägt sich also bestenfalls selbst. Verdient wird beim zweiten Kauf — und
genau der bricht weg (30,6 % auf 19,4 %). Die Rechnung steht im Abschnitt
„Was ein Neukunde kosten darf“.
Der Befund, der zuerst kommt: der Shop halbiert sich
Die 51.000 Neukunden sind eine Kopfzahl über alle Kanäle. Werbung bedient aber nur einen davon —
den eigenen Shop. Und der verliert.
Neukunden Januar bis Juli, nach Kanal des Erstkaufs
Gleiche Definition, gleiche Monate, keine Hochrechnung · Erstkauf über die volle Historie ab 2018
eigener ShopAmazonübrige Marktplätze
Shop-Neukunden 2024 auf 2026: −48,9 % (24.949 auf 12.756). Die Summe bleibt fast
stabil, weil der Marktplatzanteil von 7,6 % (2022) auf 55,4 % im laufenden Jahr gestiegen
ist. Amazon allein liegt inzwischen fast gleichauf mit dem eigenen Shop.
Januar–Juli
2022
2023
2024
2025
2026
Shop-Bestellungen
48.204
55.025
61.665
49.227
35.152
Bestellungen gesamt
50.646
61.801
71.442
62.579
56.658
Shop-Erlös
2,45 Mio
2,75 Mio
3,04 Mio
2,65 Mio
2,08 Mio
Wandert es ab oder verschwindet es? Selbst wenn man jede
Marktplatzbestellung als abgewanderte Shop-Nachfrage rechnet, bleiben gegenüber 2024
14.784 Bestellungen, die einfach weg sind — 56 % des Shop-Verlusts. Der Shop hat gegen jedes
Vergleichsjahr verloren; das Gesamtgeschäft nur gegen das Rekordjahr 2024 (−20,7 %), gegen 2022
liegt es sogar +11,9 %.
Ob es dieselben Menschen sind, lässt sich nicht klären — die Marktplätze liefern
pseudonymisierte Mailadressen (siehe unten). Die Größenordnung ist trotzdem ein Befund:
Shop-Neukunden −12.193, Amazon-Neukunden +11.822. Wenn substituiert wird, kauft Werbung nicht
Menge zurück, sondern Marge — ein Shop-Neukunde trägt 45 € Deckungsbeitrag, ein Amazon-Neukunde
20 €.
Der Marktplatz-Aufbau ist nicht „Amazon ab 2025", sondern eine seit 2022 wachsende
Flotte: Mirakl-Marktplatz (2022), eBay (2023), Amazon (Volumen ab 01/2025), DocMorris (05/2025),
Shop Apotheke DE und AT (03/2026), Kaufland. Ein zweiter eigener Shop existiert nicht —
kShop 2 ist über den ganzen Zeitraum dieselbe Storefront, der Rückgang
also keine Umbuchung.
Der zweite Befund: die Bindung fällt
Anteil der Neukunden, die im ersten Jahr ein zweites Mal kaufen — nach Jahrgang, in dem sie
gewonnen wurden.
Wiederkaufsrate im ersten Jahr
Jahrgangsweise, kundengewichtet · nur vollständig gereifte Kohorten
alle Kanälenur Shop
Auf gleicher Basis gelesen: über alle Kanäle ein Rückgang um 45 %, im Shop
allein um 34 %. Achtung bei der durchgezogenen Linie: 2021 gab es noch keine
Marktplätze, dort sind beide Linien identisch. Sie vergleicht also einen reinen Shop-Wert gegen
einen Mischwert und baut den Kanaleffekt in ihre eigene Steigung ein. Als Verhaltensaussage
tragfähig ist nur die gestrichelte Linie.
Vier Gegenerklärungen geprüft
Ist der Rückgang in Wahrheit Kanalmischung? Zu einem großen Teil ja. Der
Marktplatzanteil an den Neukunden stieg von 7,6 % (2022) auf 55,4 % (Januar–Juli 2026). Zerlegt:
Rückgang der Bindung 2022 auf 2024 (7,50 Punkte): 30 bis 40 % Kanalmischung, der Rest
Verhalten.
Rückgang des Deckungsbeitrags (9,49 €): 53 bis 67 % Kanalmischung.
Die Spannen sind der Abstand zwischen Laspeyres- und Paasche-Rechnung; bei einer
Mixverschiebung dieser Größe wäre ein Punktwert irreführend.
Und noch schärfer: der Marktplatzkanal selbst verschlechtert sich gar nicht. Seine
Wiederkaufsrate liegt über vier Jahrgänge bei 9,74 · 10,72 · 9,82 · 9,50 %. Er wird nicht
schlechter, er wird nur größer. Der gesamte echte Verfall sitzt im Shop.
Verlieren wir die Wiederkäufe nur aus dem Blick, weil sie auf Amazon stattfinden?
Das lässt sich nicht beantworten — und zwar prinzipiell nicht. 95,6 % der
Amazon-Bestellungen und 99,5 % der Mirakl-Bestellungen laufen über pseudonymisierte Mailadressen
(marketplace.amazon.de, notification.mirakl.net),
die pro Käufer-Verkäufer-Paar vergeben werden und rotieren. Über alle Jahre finden sich genau
zwei Identitäten mit Erstkauf Amazon und späterem Shop-Kauf. Das ist kein Befund,
das ist die Bauartgrenze der Messung.
Drei Konsequenzen daraus: Die gemessenen 9,5 bis 14,7 % Marktplatz-Bindung
sind eine Untergrenze — „Marktplätze binden schlechter" ist damit nicht belegt. Jede
Alias-Rotation erzeugt einen Phantom-Neukunden: 87,9 % der Amazon-Identitäten haben genau
eine Bestellung, bei echten Domains 69,4 %. Und reparabel ist es nur außerhalb von JTL —
Amazon Brand Analytics liefert Wiederkaufsraten als Aggregat. DocMorris und Shop Apotheke
liefern echte Adressen; dort ist Bindung messbar, sobald die Kohorten reifen.
Verkaufen wir heute einfach andere Produkte? Nein. Bei unverändertem Produktmix
von 2021 läge die Rate 2025 bei 18,4 % statt 19,4 %. Der Mix-Effekt beträgt ±1 Prozentpunkt.
Der Produkt-Mix war geprüft; der Kanal-Mix nicht — und er ist der ungleich größere Effekt.
Jede Produktgruppe bindet schlechter
Wiederkaufsrate im ersten Jahr, Jahrgang 2021 gegen Jahrgang 2025
Das ist der eigentliche Beweis: Es liegt nicht am Sortiment. Selbst Arthridea,
unser bestbindendes Produkt, verliert zwölf Prozentpunkte.
Zählen wir Kunden falsch? Nein. Die Zuordnung über E-Mail statt Kundennummer
ändert die Zahl der Folgebestellungen um sechs von 278.757. Gastbestellungen sind bei uns kein
Problem.
Aber es begann nicht 2021 — und das ändert die Deutung
Die Reihe reicht bis 2018 zurück. Und sie fällt seit acht Jahren monoton, im Gleichschritt
mit unserem Wachstum.
Wiederkaufsrate und Kohortengröße, 2018 bis 2025
Basis: Shop-Erstkäufer · Balken: Größe des Jahrgangs · Linie: Anteil mit zweitem Kauf im ersten Jahr
Von 46,4 % bei 2.567 Erstkäufern (2018) auf 27,3 % bei 39.699 (2024). Wir haben
schon mehrfach skaliert, und jedes Mal fiel die Bindung. Der Jahrgang 2025 steht als offener
Punkt, weil erst sieben Monate voll gereift sind.
Das ist die unbequemste Lesart, und sie ist zugleich die einzige empirische
Antwort auf die Skalierungsfrage. Wenn die Bindung nicht fällt, weil etwas kaputtgegangen ist,
sondern weil breitere Reichweite zwangsläufig lockerere Kunden bringt, dann ist „den zweiten Kauf
reparieren" ein Kampf gegen einen Struktureffekt — und mehr Reichweite würde die Rate weiter
drücken, nicht halten.
Beweisen können wir das nicht. Wachstum und Zeit laufen hier parallel, und beide
Erklärungen — Struktureffekt oder echter Verfall — erzeugen dieselbe Kurve. Aber wer über zusätzliches
Wachstum nachdenkt, sollte wissen, dass die pessimistische Lesart die besser belegte ist.
Der aktuelle Rand — und hier ist Vorsicht geboten. Gleicher Zeitraum gegen
gleichen Zeitraum, Januar bis April, Rate nach 90 Tagen: 14,30 % (2024) → 12,84 % (2025) →
12,29 % (2026). Im Jahresmittel sieht das nach Verlangsamung aus.
Innerhalb von 2026 fällt es aber beschleunigt: Januar 13,65 %, Februar 12,39 %,
März 11,63 %, April 10,90 %. Der April liegt 2,3 Punkte unter dem Vorjahresmonat — der
größte Einzelabstand der ganzen Reihe. Der Jahresmittelwert verdeckt das. Von einer
Stabilisierung zu sprechen wäre verfrüht; die nächsten drei Monatskohorten entscheiden.
Was ein Neukunde noch wert ist
Deckungsbeitrag je Neukunde im ersten Jahr
Nach Wareneinsatz, historische Einkaufspreise · je Neukundenjahrgang
Die Neukunden-Kopfzahl ist stabil (51.755 · 54.568 · 52.560 · 50.997). Was fällt, ist
der Wert je Kunde — aber über die Hälfte davon ist Kanalmischung. Die saubere Zerlegung
steht direkt darunter.
Dieselbe Zahl, nach Kanal zerlegt
Reifegradgleich (nur Kohorten mit 360 Tagen Reife) und auf dem Fenster Januar bis Juli, damit der
Jahrgang 2025 mit den Vorjahren vergleichbar ist. Werbung kauft Shop-Neukunden —
also ist die Shop-Spalte die relevante, nicht der Mischwert.
Jahrgang
Shop
Marktplatz
Amazon
Mischwert
Marktplatzanteil
2022
56,82 €
19,80 €
—
53,99 €
7,6 %
2023
53,38 €
23,98 €
—
47,73 €
19,2 %
2024
51,82 €
22,18 €
—
44,50 €
24,7 %
2025
45,27 €
23,56 €
20,41 €
36,76 €
36,9 %
2026 (Jan–Jul)
—
—
—
—
55,4 %
Die Mischwert-Spalte reproduziert die Zahlen dieser Analyse auf den Cent (36,76 gegen
36,75 €). Sie ist korrekt gerechnet — sie beschreibt nur einen Durchschnittskunden, den es so nicht
gibt. Für die Kreditentscheidung zählt 45,27 €, nicht 36,75 €: eine um 23 % höhere
Decke.
Und ein Vorbehalt, der genau diese Zahl betrifft
Der Deckungsbeitrag zählt ausschließlich Positionen mit gepflegtem Einkaufspreis
(fEkNetto > 0) — und zwar Erlös und Kosten zugleich.
Fehlt der Einkaufspreis, fällt der ganze Umsatz aus der Rechnung.
Shop, Jahrgang (Jan–Jul)
2022
2023
2024
2025
ausgewiesener DB je Neukunde
56,82 €
53,38 €
51,82 €
45,27 €
EK-Deckung
82,9 %
92,5 %
94,7 %
76,7 %
Artikelumsatz je Neukunde
89,78 €
77,38 €
71,75 €
71,83 €
Bruttomarge auf dem gedeckten Teil
73,0 %
73,4 %
77,3 %
82,2 %
Zwischen 2024 und 2025 ist der Artikelumsatz je Shop-Neukunde flach
(71,75 auf 71,83 €) und die Marge gestiegen (77,3 auf 82,2 %). Der ausgewiesene
Deckungsbeitrag fällt trotzdem um 13 % — weil ein Fünftel des Umsatzes gar nicht mehr mitgerechnet
wird. Deckungsnormiert läge der Shop-Wert 2025 bei 59,01 € statt 45,27 €.
Das ist eine Obergrenze, keine Schätzung: die Marge auf dem gedeckten Teil stieg,
während die Deckung fiel — was eher dafür spricht, dass die fehlenden Artikel unterdurchschnittlich
Marge tragen. Die Wahrheit liegt dazwischen, und sie ist erst nach dem Nachpflegen bekannt.
Die Lücke ist kein Sortimentseffekt, sondern Pflege — und sie sitzt ausgerechnet auf den
Produkten mit dem größten Werbedruck:
Artikel
Umsatz ohne Einkaufspreis (ab 2025)
Umsatz mit
SET18078 PEA 120 Kapseln, Set
466.560 €
66.842 €
ER11125 Erdling PEA 120 Kapseln
244.386 €
36.299 €
WK10281 PEA Pulver für Hunde
103.430 €
73.345 €
WK10983 Methylenblau 1 %
80.176 €
7.113 €
… Rest der Top 25
~297.000 €
Summe Top 25
1.191.553 €
Der Monatsverlauf zeigt, dass es behebbar ist und bereits daran gearbeitet wird:
EK-Deckung im Shop 97,9 % (01/2024) auf 76,4 % (05/2025) auf 73,0 % (01/2026) auf 91,3 % (06/2026)
auf 96,4 % (07/2026). Aber fEkNetto steht historisch in den
Bestellpositionen — Nachpflegen im Artikelstamm repariert nur die Zukunft. Damit 2025 lesbar
wird, müssen die vorhandenen Positionen rückwirkend über die Preisliste bewertet werden.
Und was danach kommt — das ist die eigentliche Wette
Ob sich ein Neukunde lohnt, entscheidet sich nicht im ersten Jahr — der Wiederkauf findet
größtenteils danach statt. Diese Kurve ist deshalb die wichtigste im ganzen Dokument.
Kumulierter Deckungsbeitrag je Neukunde über drei Jahre
Je Neukundenjahrgang · nur Kohorten, die den jeweiligen Horizont voll erlebt haben
Jahrgang 2022Jahrgang 2023Jahrgang 2024
Ein Kunde von 2022 bringt nach drei Jahren 83,39 € statt 50,77 € — der Nachlauf
verlängert das erste Jahr um Faktor 1,64. Aber dieser Faktor schrumpft: für Jahr 2 gegen
Jahr 1 fällt er von 1,354 (2022) über 1,269 (2023) auf 1,196 (2024).
Das ist der unangenehmste Befund des Projekts. Es bricht nicht nur das
erste Jahr weg — der Nachlauf bricht schneller weg. Genau der Teil, der einen niedrigen
Anfangs-Deckungsbeitrag überhaupt rechtfertigen könnte. Fortgeschrieben landet ein Neukunde von 2025 nach drei Jahren bei grob 50 €
Deckungsbeitrag vor Versand, Zahlung und Retouren; realistisch bleiben 30 bis 38 €. Das ist die
Zahl, gegen die ein Neukundenpreis steht — und der ist ungemessen.
Eine Payback-Frist nennen wir hier bewusst nicht. Sie wäre
zirkulär, solange kein Neukundenpreis danebensteht: „nach zwölf Monaten zurück" hieße nur, dass man
genau den Erstjahres-Deckungsbeitrag bezahlt hat.
Jahrgang
Neukunden
Umsatz Tag 0–30
DB Jahr 1
DB Jahr 2
DB Jahr 3
Wiederkauf
2022
51.755
52,57 €
50,77 €
68,72 €
83,39 €
30,6 %
2023
54.568
45,53 €
46,27 €
58,74 €
69,85 €
25,6 %
2024
52.560
42,66 €
44,65 €
53,42 €
—
23,1 %
2025
50.997
46,39 €
36,75 €
—
—
19,4 %
Diese Tabelle steht über alle Kanäle — sie zeigt den Verlauf, nicht
die Entscheidungsgröße. Für den Neukundenpreis gilt die Shop-Spalte weiter oben (45,27 €).
Eine Präzisierung zur Kernaussage: „Der Grund liegt im Wiederkauf"
stimmt für heute, aber nicht für den ganzen Zeitraum. Der Umsatz der ersten 30 Tage fiel bis 2024
ebenfalls (52,57 auf 42,66 €) und hat sich seither erholt (46,39 €, laufendes Jahr 49,33 €). Der Wiederkauf
hat sich nicht erholt. Im Shop repariert sich das Neugeschäft also von selbst, das
Bestandsgeschäft nicht. Ob das auch kanalübergreifend gilt, ist offen — diese Spalte ist
shop-only.
Wo der Hebel sitzt
Es gibt genau eine Hürde, und sie liegt ganz am Anfang. Wer zweimal kauft, bleibt fast sicher.
Die Wand zwischen Kauf 1 und Kauf 2
Wahrscheinlichkeit, dass auf den n-ten Kauf ein weiterer folgt
Von 183.301 Kunden kaufen 117.170 genau einmal. Wer die erste Hürde nimmt,
bleibt mit steigender Wahrscheinlichkeit. Vorsicht: Die saubere Treppe ist zu einem Teil
Selektion — wer zehnmal gekauft hat, ist per Definition der Treue. Die Stufe von 36 auf 56 % ist
der belastbare Teil.
Über die Hälfte aller Neukunden kauft genau ein Produkt — und genau die binden
am schlechtesten.
Produkte in der Erstbestellung und spätere Bindung
Wiederkaufsrate im ersten Jahr, nach Zahl der Positionen im Erstkauf
79.646 Kunden — mehr als die Hälfte — kaufen ein einziges Produkt und kommen zu
25,4 % wieder. Bei fünf Produkten sind es 41,2 %.
Dasselbe zeigt der Wert des Erstkaufs, und zwar monoton:
Erstkauf-Warenkorb
Kunden
Wiederkauf
Umsatz Jahr 1
unter 25 €
55.758
24,4 %
35 €
25–50 €
58.432
30,4 %
64 €
50–75 €
21.902
36,6 %
110 €
75–125 €
17.833
42,2 %
164 €
über 125 €
5.457
47,0 %
333 €
Nicht der Bon senkt die Bindung, sondern die Set-Form. Wer als Erstkauf ein
Set nimmt, kauft mit 26,2 % seltener wieder als der Einzelartikel-Käufer mit 31,2 % — obwohl
der Set-Bon höher ist. Ein 3er-Vorrat desselben Artikels deckt den Jahresbedarf und nimmt uns den
Nachkaufanlass. Zwei verschiedene Artikel tun das nicht.
Die Bauanweisung lautet also: den Erstbestellwert über die zweite Produktart heben,
nicht über die größere Packung. Beides bleibt Korrelation — wer heute fünf Produkte kauft, ist
womöglich schlicht der bessere Kunde. Der Beweis wäre ein A/B-Test.
Wann der zweite Kauf kommt
Zeit bis zum zweiten Kauf
Kunden je Zeitfenster · die Dichte pro Tag steht im Tooltip
Gemessen an der Dichte pro Tag liegt der Gipfel bei Tag 15 bis 30. Gemessen an der
Masse — und die zählt für die Steuerung — liegt sie zwischen Tag 30 und 180. Und ganz
hinten steht eine ebenso große Gruppe: 12.665
Kunden, also 19,2 % aller Zweitkäufe, fallen erst nach Tag 360. Das rechtfertigt eine
eigene Reaktivierungsstufe ab Monat zwölf — und es heißt zugleich, dass unsere Leitkennzahl
„Wiederkauf im ersten Jahr" den echten Wiederkauf um rund ein Fünftel untertreibt.
Wer unsere wertvollen Kunden sind
80 % des Umsatzes kommen von rund einem Drittel der Kunden. Der Topkunde kauft
vor allem öfter — Faktor 8,2 bei der Frequenz, Faktor 2,4 beim Bon. Die Sortimentsbreite
(20,6 verschiedene Artikel gegen 2,1) ist Folge der Frequenz, nicht ihre Ursache.
Gruppe
Umsatzanteil
⌀ Umsatz je Kunde
⌀ Käufe
⌀ Bon
Top 5 % (9.156)
39,4 %
901 €
10,8
84 €
Top 6–20 % (27.468)
29,0 %
221 €
3,9
57 €
Rest 80 % (146.488)
31,6 %
45 €
1,3
35 €
Was Topkunden anders kaufen — und wie man diese Tabelle liest
Die Frage lautet: Welche Produkte stehen im Regal eines Topkunden, die im Regal eines
normalen Kunden fehlen? Dafür wird ausgezählt, wie viele von 100 Topkunden ein Produkt schon
einmal gekauft haben — und wie viele von 100 aller übrigen Kunden.
Produkt
von 100 Topkunden
von 100 anderen
Verhältnis
3er-Pack Vitamin C
3,9
0,2
20×
3er-Pack Arthridea
3,4
0,2
18×
OPC Pycnogenol
15,3
1,1
14×
Sango-Koralle
10,2
0,8
14×
Manuka Honig
9,6
0,7
13×
Melatonin Drops
16,0
1,5
11×
Vitamin D3 + K2
21,6
2,4
9×
Borax
15,2
5,3
3×
CDL/CDS
45,3
15,9
3×
Die Falle, in die man hier zwangsläufig tappt. Ein Topkunde kauft im Schnitt
10,8 Mal, ein normaler Kunde 1,3 Mal. Er berührt allein dadurch rund achtmal so
viele Produkte. Für jedes beliebige Produkt kommt deshalb automatisch ein Verhältnis
von grob 9 bis 10× heraus, ganz ohne Vorliebe. Erst was deutlich darüber liegt, ist ein
echtes Merkmal.
Vitamin D3 + K2 mit 9× ist also genau die Nullerwartung — Topkunden kaufen es nicht
lieber, sie kaufen einfach mehr. CDL und Borax mit 3× liegen deutlich darunter: beide sind
Türöffner, die fast jeder durchläuft. 45 von 100 Topkunden haben CDL — aber eben auch 16 von 100
normalen Kunden. Gemessen an ihrer viel größeren Kaufmenge kaufen Topkunden CDL
unterdurchschnittlich.
Was man daraus NICHT ableiten darf: dass ein Manuka-Honig-Kauf jemanden zum
Topkunden macht. Die Kausalität läuft mit hoher Wahrscheinlichkeit andersherum — wer tief im
Sortiment steckt, landet irgendwann bei den Nischenprodukten. Die Tabelle taugt zur Erkennung,
nicht zur Steuerung.
Wofür sie trotzdem gut ist: Sie beschreibt, wie das Regal eines wertvollen Kunden
aussieht — und damit, welche Produkte in eine zweite oder dritte Ansprache gehören und nicht
in die kalte Neukundenwerbung. Bei den 3er-Packs Vorsicht: hoher Verhältniswert, aber nur 250 bis
356 Topkunden absolut — als Zielgruppe zu klein. OPC (1.403), Sango (936) und Manuka (882) tragen
genug Masse.
Mensch, Tier und die gemischten Haushalte
Waldkraft ist ein Menschen-Geschäft: 87 % der verkauften Positionen sind
Humanprodukte, 6 % Tierprodukte.
Die drei Kundensegmente
Umsatz und Bindung · Zuordnung über 607 klassifizierte Artikel, Segment nach Wertanteil
Das Tier-Segment ist 0,31 Mio € — rund 1,5 % des ausgewerteten Umsatzes. Selbst
ein perfektes Crossover bewegt hier einen niedrigen sechsstelligen Betrag.
Die 57,4 % bei „gemischt" sind weitgehend mechanisch: wer in zwei Kategorien
kauft, hat meist schon mehrfach gekauft. Diese Zahl beweist keinen Wert des Mischens.
Belastbar ist dagegen der Einstieg: Erstkauf Mensch bindet zu 29,6 %, Erstkauf
Tier zu 27,5 % — praktisch gleichwertig. Aber der Tier-Neukunde ist kein Durchschnittskunde, er ist
eine Wette mit zwei sehr verschiedenen Ausgängen. Von 8.465 Tier-Erstkäufern:
Aus dem Tier-Einstieg wird
Kunden
Anteil
bleibt Tier-only
5.293
62,5 %
kauft auch Humanprodukte
3.172
37,5 %
Daraus folgt die eigentliche Steuerungsgröße. Hund ist der
günstige Türöffner, das Humansortiment ist die Monetarisierung. Was wir steuern müssten, ist nicht
die Wiederkaufsrate der Tier-Kunden, sondern die Übergangsquote von Tier zu Mensch.
Sie liegt heute bei 37,5 % und ist an keiner Stelle ein Ziel. Über welchen Zeitraum dieser
Übergang stattfindet, sagt die Auswertung nicht — das müsste man messen, bevor daraus eine
180-Tage-Kennzahl wird.
Einschränkung: Das ist ein Vergleich von Warenkorb-Zusammensetzungen, kein nachgewiesener
zeitlicher Wechsel. Bei 87 % Humananteil im Sortiment ist ein Teil davon rechnerisch zu erwarten,
und der Wert des Segments „gemischt“ ist teilweise mechanisch.
Das gilt bei aller Größenordnung: Das Tier-Segment ist 1,5 % des ausgewerteten Umsatzes. Der
Hebel liegt nicht im Segment, sondern darin, dass wir auf Meta überwiegend Hunde-Creatives fahren
und den Übergang danach nicht steuern.
Einstiegsprodukte
Als Produktgruppen gerechnet, nicht als einzelne Artikelnummern. Erstkäufer kumuliert über
2022 bis 2026, nicht pro Jahr.
Produktgruppe
Erstkäufer
Wiederkauf Jahr 1
Umsatz Jahr 1
CDL
27.066
29,9 %
70 €
Borax
21.991
23,0 %
57 €
PEA
6.417
30,8 %
83 €
Arthridea
5.674
43,1 %
128 €
NAC (Einzelartikel)
2.368
36,1 %
122 €
Die beiden Volumenrückgrate CDL und Borax stellen zusammen 49.000 Erstkäufer und
binden unterdurchschnittlich. Arthridea und NAC binden deutlich besser, sind aber vier- bis zehnmal
kleiner.
Das ist keine Budgetanweisung. Ob Arthridea bessere Kunden
anzieht oder macht, sagen diese Daten nicht. Und ob sich 49.000 Borax-Erstkäufer auf
Produkte umleiten lassen, die heute 8.000 ziehen, ist eine offene Frage an den Media-Einkauf. Das
gehört in einen Test.
Was ein Neukunde kosten darf, und was er kostet
Die Frage, die aus alledem folgt. Beide Seiten liegen jetzt vor.
Die Rechnung, in vier Zeilen
Wert
Woher
Deckungsbeitrag je Neukunde, Jahr 1, nach Wareneinsatz
40,52 €
gewichtet auf denselben Nenner wie die Kosten (24.898 Shop zu 45,27 € plus 6.964 Sonstige zu 23,56 €)
davon nach Vollkosten und Gutschriften (× 0,84)
34,03 €
Preisliste über den verkauften Juli-Warenkorb, plus 4,74 % gemessene Gutschriften
Preis je Neukunde, letzte zwölf Monate
40,50 €
Werbeblock 1.077.368 € plus Marketingpersonal 213.003 €, geteilt durch 31.862 Neukunden
Ergebnis im ersten Jahr
−6,47 €
je Neukunde
Und die Gegenrechnung, die das Vorzeichen dreht. Die 34,03 € sind eine
Untergrenze, solange die Einkaufspreise auf PEA und Methylenblau fehlen. Deckungsnormiert läge die
Zeile bei 43,05 €, und dann steht dort +2,55 € statt −6,47 €. Für Januar bis Mai
2026, wo der Preis auf 42,12 € steigt, ergibt dieselbe Spanne −8,09 € bis +0,93 €.
In jeder dieser vier Lesarten liegt das Ergebnis nahe null. Ein Neukunde trägt sich
im ersten Jahr, mehr nicht. Das Geld verdient der zweite Kauf, und der ist von 30,6 % auf
19,4 % gefallen. Deshalb ist die Bindung kein Nebenthema, sondern die einzige Stelle, an der aus
diesem Geschäft Gewinn wird.
Die Umrechnung von „nach Wareneinsatz" auf „nach Vollkosten" ist gemessen, nicht
geschätzt: über den tatsächlich verkauften Juli-Warenkorb (232 Artikel, 311.920 € Umsatz) trägt das
Sortiment 82,2 % nach Wareneinsatz, 74,2 % nach den Vollkosten der Preisliste und 69,0 % nach den
gemessenen Gutschriften. Die frühere Schätzung dieser Präsentation lautete 33 bis 37 €, gemessen
sind es 34,03 €. Der Vorbehalt bleibt, dass der Juli-Warenkorb für den Jahrgang 2025 steht.
Die Ablese-Tabelle, weil sie die Empfindlichkeit zeigt
Basis ist der Shop-Deckungsbeitrag nach Wareneinsatz, also vor der Umrechnung oben:
Wenn ein Shop-Neukunde kostet…
nach 1 Jahr
nach 2 Jahren
nach 3 Jahren
20 €
+25 €
+31 €
+37 €
30 €
+15 €
+21 €
+27 €
40 €
+5 €
+11 €
+17 €
50 €
−5 €
+1 €
+7 €
60 €
−15 €
−9 €
−3 €
Basis: Shop-Jahrgang 2025 mit 45,27 € nach Wareneinsatz — nicht der
Mischwert von 36,75 €, weil Werbung keine Marktplatzkunden bringt. Jahr 2 mit dem fortgeschriebenen
Nachlauffaktor 1,13, Jahr 3 mit 1,25 (beide extrapoliert: der Faktor schrumpft, siehe oben).
Die damals noch fehlenden Kosten (Versand, Zahlung, Pick-Pack, Retouren) waren hier
auf 8 bis 12 € im ersten Jahr geschätzt, die Break-even-Grenze damit auf 33 bis 37 €.
Beides ist inzwischen gemessen und die Schätzung war gut: der Abzug liegt bei 16 % vom
Deckungsbeitrag, die Grenze bei 34,03 €. Die Tabelle bleibt stehen, weil sie zeigt, wie
schnell das Vorzeichen kippt: zwischen 40 € und 50 € Kundenpreis liegen im ersten Jahr zehn Euro
und der Unterschied zwischen Gewinn und Verlust.
Wenn 1 Mio. € Marketingbudget eingesetzt würden, entspräche das bei 35 € rund
28.500 Neukunden, bei 45 € rund 22.000 — gegen heute rund 20.000 bis 22.000 Shop-Neukunden im
gesamten Jahr 2026. Das Budget hätte also die Größenordnung, den gesamten organischen
Shop-Zustrom noch einmal danebenzustellen. Genau deshalb ist die Frage, warum dieser Zustrom
gerade wegbricht, vor dem Einsatz zu klären und nicht danach.
Und ein Vorbehalt auf die ganze Tabelle: die 45,27 € sind eine
Untergrenze, solange die Einkaufspreise auf PEA und Methylenblau fehlen. Deckungsnormiert
läge die Zeile bei bis zu 59 € — und damit jede Grenze in dieser Tabelle rund 14 € höher.
Das Nachpflegen von 25 Artikelnummern verschiebt die Entscheidungsgrundlage stärker als jede
weitere Analyse.
Gegenprobe an einem einzelnen Kanal: Google Ads
Alles bisherige rechnet über die Buchhaltung: Kosten durch Neukunden. Das ist eine Obergrenze und
sagt nichts darüber, ob ein einzelner Kanal trägt. Für Google Ads liegt das seit dem
6. August im Detail vor, gerechnet über die Deckungsbeiträge der tatsächlich verkauften Artikel.
Das Ergebnis zeigt in dieselbe Richtung, und zwar unabhängig.
Google Non-Brand, Juli 2026
Googles eigene Zahlen
vorsichtige Lesart
Werbekosten
15.091 €
15.091 €
zugeordneter Warenwert
37.578 €
24.244 €
davon Deckungsbeitrag (62,3 %)
23.422 €
15.111 €
Überschuss über die Werbekosten
+8.331 €
+20 €
Deckungsbeitrag je Werbeeuro
1,55 €
1,00 €
In der vorsichtigen Lesart bringt Google exakt Selbstkosten. 15.091 € Werbung
erzeugen 15.111 € Deckungsbeitrag. Nicht ungefähr, sondern auf zwanzig Euro genau. Die beiden
Spalten unterscheiden sich nur darin, wem man die Käufe zurechnet: Google meldet für Non-Brand rund
das 1,55-fache dessen, was Google Analytics demselben Kanal gibt. Welche Zahl stimmt, ist aus dem
Konto nicht entscheidbar.
Auf einzelne Bestellungen heruntergebrochen kostet eine Google-Bestellung 17,66 € in
Googles Zählung und 27,38 € in der vorsichtigen. Was daraus für den Neukundenpreis folgt,
hängt an einer Zahl, die wir nicht haben: wie viele dieser Bestellungen Neukunden sind. Google
Ads führt dafür eine eigene Segmentierung, sie ist in diesem Konto nicht eingerichtet.
Wenn x % der Google-Bestellungen Neukunden sind…
kostet ein Neukunde (Googles Zählung)
vorsichtig
36 %
49 €
76 €
45 %
39 €
61 €
55 %
32 €
50 €
70 %
25 €
39 €
Gegen die gemessene Decke von 34,03 € gehalten: Google trägt sich in seiner
eigenen Zählung ab etwa der Hälfte Neukundenanteil, in der vorsichtigen Lesart praktisch nie.
Diese eine Zahl einzurichten kostet einen Nachmittag und macht aus der Tabelle eine Antwort.
Warum das für die Bindung entscheidend ist, und nicht nur eine Randnotiz.
Wenn ein Kanal im ersten Jahr Selbstkosten liefert, ist der gesamte Gewinn der zweite Kauf. Bei
einer Wiederkaufsrate von 30,6 % (Jahrgang 2022) trägt jeder dritte gekaufte Kunde die Rechnung.
Bei 19,4 % (Jahrgang 2025) ist es jeder fünfte. Es ist derselbe Werbeeuro, aber er kauft ein
Drittel weniger von dem, was ihn überhaupt rechtfertigt.
Umgekehrt gerechnet: ein Prozentpunkt Wiederkauf ist 15.000 bis 28.000 €
Deckungsbeitrag je Jahrgang. Der gesamte Google-Non-Brand-Überschuss liegt in der vorsichtigen
Lesart bei 20 € im Monat. Ein einziger Prozentpunkt Bindung wiegt schwerer als das komplette
Ergebnis dieses Kanals.
Vorbehalte, die dazugehören: Der Deckungsbeitragsanteil von 62,3 % stammt aus dem
Juli-Warenkorb und ist nach Gutschriften gerechnet. Die Zuordnung „Google-Bestellung“ ist Googles
eigene und deshalb in der linken Spalte großzügig. Und der Vergleich läuft über Bestellungen,
während die Decke je Neukunde gilt. Solange der Neukundenanteil fehlt, sind die beiden
Zahlen nicht direkt gegeneinander zu halten. Voller Rechenweg:
https://google-report.waldkraft.bio.
Was ich vorschlagen würde
Die ersten drei sind Rechenaufgaben, keine Projekte, und kosten zusammen weniger als zwei Tage.
Zuerst
Einkaufspreise nachpflegen — und rückwirkend bewerten
25 Artikelnummern, angeführt von PEA und Methylenblau, 1,19 Mio € ungedeckter Umsatz.
Danach ist der Deckungsbeitrag je Neukunde zum ersten Mal eine saubere Zahl. Der billigste
Schritt mit der größten Wirkung auf die Entscheidungsgrundlage — er verschiebt die
CAC-Obergrenze potenziell um ein Fünftel. Wichtig: fEkNetto steht
historisch in der Bestellposition, der Artikelstamm allein repariert nur die Zukunft.
Zuerst
Klären, warum der Shop wegbricht
Die teuerste offene Frage. Marktplatz-Aufbau, Google-Ads-Wechsel und Amazon-Start fallen alle
in dasselbe Fenster wie der Einbruch — Bestelldaten können das nicht trennen.
GA4-Sitzungsquellen, Search-Console-Brand-Impressions und die Spend-Historie über denselben
Zeitraum können es. Bevor eine Million in bezahlte Neukunden geht, sollte klar sein, ob der
Kanal, in den sie fließt, gerade organisch wegbricht.
Zuerst
Was kostet ein Neukunde?
Marketingkosten laut BWA geteilt durch die Neukunden desselben Zeitraums. Eine Division, keine
Analyse. Ergebnis ist ein Satz: Obergrenze X €, heutiger Preis Y €, Abstand Z. Damit
wird aus der Tabelle oben eine Antwort.
Zuerst
Den echten Deckungsbeitrag rechnen
Die 45,27 € sind nur nach Wareneinsatz. Versand, Zahlungsgebühren, Pick-Pack, Retouren und
5 bis 7 % Rabattpositionen fehlen. Quelle steht fest: Preisliste, Spalte „Gesamtkosten inkl.
Versand und Zahlungsanbieter“. Getrennt je Einstiegsprodukt, nicht als Durchschnitt —
Borax mit 20 € Bon und Arthridea mit 128 € tragen völlig verschiedene Versandanteile.
Zuerst
Einen Frühindikator festlegen
Die Wiederkaufsrate braucht 360 Tage. Der Wert nach 90 Tagen taugt als Frühwarnung: sein
Verhältnis zur Jahresrate liegt über fünf Jahrgänge zwischen 0,52 und 0,57. Heutige
Baseline: 12,3 % nach 90 Tagen (Januar bis April 2026). Fällt eine neue Kohorte darunter, wissen wir es nach drei Monaten
statt nach einem Jahr.
Diese Woche
Attribution reparieren
Der _fbc-Cookie liegt beim Checkout schon vor und geht an Meta. Er
muss zusätzlich bei uns landen. Aufwand: Stunden. Wichtig: Es wirkt nicht rückwirkend, wir
messen erst ab Einbau. Als Brücke für sofort: Abgleich der Meta-Käuferkohorte gegen die
Bestellliste über E-Mail-Hash.
Parallel
Den zweiten Kauf angehen
15.000 bis 28.000 € Deckungsbeitrag je Prozentpunkt und Jahrgang — marginal
gerechnet, also für den Kunden, den man tatsächlich umdreht (rund 510 Kunden je Punkt mit einem
zusätzlichen Kaufakt zu ~29 € DB). Die 63.800 € oben gelten nur, wenn jeder gewonnene
Wiederkäufer sich wie der Durchschnitt verhält. Erster Schritt ist
eine Ist-Aufnahme: Was passiert heute zwischen Tag 0 und 60, und wie haben sich Öffnungs-, Klick-
und Abmelderate seit 2022 entwickelt? Beides kommt in einer Stunde aus dem Mailsystem — und die
Verlaufskurve ist zugleich der erste ernsthafte Kandidat für die Ursache.
Parallel
Reaktivierung ab Monat zwölf
12.665 Kunden — ebenso viele wie im gesamten Fenster Tag 91 bis 180 — kaufen erst nach Tag 360
zum zweiten Mal. Dagegen
gibt es heute keinen Flow. Billig, vollständig im Marketing umsetzbar.
Zu besprechen
Lohnt es sich, Neukunden gezielt einzukaufen?
Das ist die eigentliche Frage hinter dieser Analyse, und sie ist noch nicht entschieden. Der
Gedanke: Ein Neukunde muss sich nicht am ersten Tag rechnen, wenn er über drei Jahre 83 € bringt.
Ob das trägt, hängt an genau zwei Zahlen — was er kostet und was nach Vollkosten übrig
bleibt. Beide stehen oben als Rechenaufgabe. Wenn sie vorliegen, ist die Frage in zehn Minuten
beantwortet, und zwar mit Ja oder Nein statt mit einem Gefühl.
Laufend
Wiederkaufsrate ins Media-Reporting
Solange das Wochenreporting Erstkäufer und ROAS zeigt und nicht die Bindung der eingekauften
Kohorte, wiederholt sich genau das, was dieses Dokument beschreibt: gleiche Menge, schlechtere
Kunden. Ein Tag Aufbau.
Später
Einstiegsportfolio testen
Nicht umsteuern, testen. Zwei bis drei Produkte gegen den aktuellen Favoriten, definiertes
Budget, Abbruchkriterium. Braucht vorher einen Frühindikator — die Wiederkaufsrate dauert
360 Tage, ein Media-Test vier Wochen. Kandidat ist der Deckungsbeitrag nach 90 Tagen, aber das
muss vorab festgelegt werden.
Was diese Analyse nicht kann
Der Meta-Kunde ist hier nicht gemessen. Alle Zahlen beschreiben den
durchschnittlichen Kunden eines über acht Jahre gewachsenen Geschäfts mit Empfehlung, Newsletter
und Wiedererkennung. Entschieden wird über den kalt eingekauften Grenzkunden. Dass 45,27 € und
23 % für den auch gelten, ist eine Annahme, keine Messung.
Auf den Marktplätzen ist Wiederkauf nicht messbar, und Abwanderung
Shop↔Amazon erst recht nicht. Pseudonymisierte, rotierende Mailadressen bei 95,6 % (Amazon) und
99,5 % (Mirakl) der Bestellungen. Alle Marktplatz-Bindungswerte sind Untergrenzen, alle
Marktplatz-Neukundenzahlen Obergrenzen.
Der Deckungsbeitrag misst zum Teil unsere Stammdatenpflege. Solange die
Einkaufspreise fehlen, sind alle 2025er-Geldwerte Untergrenzen mit einer Bandbreite von bis zu
30 %.
Warum der Shop wegbricht, steht nicht in Bestelldaten. Drei Kandidaten fallen
in dasselbe Fenster und lassen sich hier nicht trennen.
War 2021/2022 überhaupt normal? Die Reihe reicht bis 2018, der Sprung
2021→2022 ist Faktor 4. Ob der „Absturz“ eine Normalisierung nach einem Sonderzyklus ist, ist
berechenbar und nicht berechnet.
Keine Ursachen. Alle Produkt- und Warenkorb-Befunde sind Korrelationen.
Kein kanalgenauer Kundenpreis, bis die Attribution steht.
Deckungsbeitrag nur nach Wareneinsatz. Rabattpositionen sind darin nicht
abgezogen, das sind weitere 5 bis 7 %.
Restverzerrungen: rund 7 % der „Neukunden" in einzelnen Kapiteln sind in
Wahrheit Bestandskunden von vor 2022, und die Übergangsleiter enthält unreife Kohorten. Beide
Effekte sind klein, aber vorhanden.
Welche Zahl steht auf welcher Basis?
Das Dokument nutzt bewusst zwei Schnitte. Wer nachrechnet, sollte wissen, welcher wo gilt:
Break-even und Neukundenpreis, Acht-Jahres-Reihe, Frühindikator, Warenkorb, Wand, Konzentration, Zeit bis Kauf 2, Umsatz Tag 0–30, Produktmix, Einstiegsprodukte
18.877 gereifte Erstkäufer · 23,3 % · 45,27 €
Der Shop-Schnitt ist bei der Bindung der freundlichere, beim Geld aber der richtige:
Werbung bringt keine Marktplatzkunden, also gehört der Break-even auf die Shop-Zahl. Der
Marktplatzanteil an den Neukunden lag 2025 bei 42 % und liegt im laufenden Jahr bei 55 % —
in der Kernaussage stand früher „37 %“, das war zu niedrig. Wo beide Zahlen nebeneinander
auftauchen, ist das kein Widerspruch, sondern dieser Basisunterschied. Geldbeträge werden
durchgängig erst ab 2022 gerechnet, weil die Positionslogik davor eine andere Bedeutung hatte.
Reifegrad: Alle Werte je Kanal stehen ausschließlich auf Kohorten mit 360 Tagen Reife und
auf dem Fenster Januar–Juli, damit der Jahrgang 2025 mit den Vorjahren vergleichbar ist. Die
Mischwert-Spalte reproduziert die Vollkohorten-Zahlen dieser Analyse auf den Cent. Vollständige
Herleitung: docs/KUNDENANALYSE-KANAL-2026-08-01.md.
Methodik und Selbstkorrekturen
Grundgesamtheit: Endkunden, Mandant Alveda, bezahlte und nicht stornierte
Bestellungen. Großhändler, Händler und Therapeuten sind ausgeschlossen — sie stellen 13 % des
obersten Umsatzdezils, kaufen zu anderen Konditionen und sind über Werbung nicht vermehrbar.
Geldbeträge erst ab 2022, weil die Positionslogik davor eine andere Bedeutung hatte.
Acht Datenqualitäts-Gates vor jeder Kennzahl, drei unabhängige
Vier-Augen-Reviews auf SQL und Befund. Sechs Fehler wurden dabei gefunden und behoben:
Fehler
Wirkung, wenn ungefixt
Erstkauf im 2022-Fenster bestimmt
Januar-2022-Kohorte zu 30 % mit Bestandskunden kontaminiert
Rabatte als eigene Positionen übersehen
89.574 Gutscheinpositionen wären aus dem Umsatz gefallen
Bruttopreis statt Nettopreis
hätte den Großhandelsanteil kleingerechnet
Wiederkaufsquote als Umsatz-Retention gelesen
hätte den Kundenwert um 21 % zu niedrig angesetzt
„Topkunden kaufen breiter“
falsch — der Treiber ist die Frequenz, nicht die Breite
Lift bei häufigen Produkten
ein Lift ist nach oben gedeckelt: bei 15,9 % Verbreitung sind rechnerisch nie mehr als 6,3× möglich. „CDL unterrepräsentiert“ war ein Sättigungsartefakt und ist gestrichen
Lichtblick am aktuellen Rand
der Jahresmittelwert verdeckte, dass es innerhalb 2026 beschleunigt fällt
Kanal-Mix nie geprüft
der Produkt-Mix war geprüft (±1 Punkt) und ausgeschlossen, der Kanal-Mix nicht. 53 bis 67 % des DB-Rückgangs als Kundenverhalten gedeutet; die CAC-Decke lag dadurch 19 % zu niedrig
EK-Deckung nicht mitgeführt
13 % DB-Verfall ausgewiesen, wo der Artikelumsatz je Kunde flach ist und die Marge steigt. Gefunden in Runde 5 von der GF-Rolle, nicht von einer Fachachse
Reifegrad-Filter fehlte im Kanal-Lauf
36 % des Jahrgangs 2025 gingen rechts-zensiert in einen 360-Tage-Mittelwert; beide Reviewer fanden es unabhängig
Basisjahre gemischt
„44.000 € je Prozentpunkt“ teilte einen DB-Verlust gegen 2022 durch eine Punktdifferenz gegen 2021. Marginal gerechnet sind es 15.000 bis 28.000 €
Die letzten vier stammen aus einer fünften Vier-Augen-Runde in den Rollen Geschäftsführer und
Marketing-Leiter. Beide Funde wurden vor der Übernahme selbst gegen die Rohdaten
nachgerechnet — in früheren Runden waren zwei Reviewer-Behauptungen nachweislich falsch.