Waldkraft · Retention-Sofortmaßnahmen · Ausgabe 4. August 2026

Vier Handgriffe.
Zusammen unter einem Tag.

Jede Maßnahme mit Fundstelle, Klaviyo-ID, Aufwand und Messpunkt · alle Zahlen read-only aus Klaviyo gelesen

Wofür das hier gedacht ist: Diese vier Maßnahmen sind der Vorlauf zur Entscheidung über die Million. Sie setzen den Faktor, an dem die ganze Rechnung hängt: den zweiten Kauf. Sie kosten zusammen weniger als einen Arbeitstag und sollten laufen, bevor größere Beträge in Reichweite fließen.

Zwei davon sind gegenüber dem Playbook vom 1. August korrigiert. Was sich geändert hat, steht jeweils dabei. Das lohnt sich zu lesen, bevor jemand loslegt.

Winback aktuell 0 Mails Der Flow steht auf live und hat in zwölf Monaten nichts verschickt
Tag-15-Mail 521 Abmeldungen im Jahr, bei 992 € Umsatz aus 22.184 Sendungen, die meisten aller 41 Flow-Mails
Replenishment draft 24 Schritte fertig gebaut, seit 15. Juni unangetastet

1 · Den Winback reparieren, denn er läuft nicht

Korrektur gegenüber dem Playbook. Dort stand, eine Rabattleiter 10 % → 30 % → 40 % belohne Nichtstun und gehöre abgestellt. Die Leiter läuft nicht. Der Flow DE-Winback-WB steht seit dem 23. September 2025 auf live, enthält die Stufen an Tag 90 und Tag 96. Und er taucht in zwölf Monaten Leistungsdaten mit keiner einzigen Sendung auf. Auch nicht in den letzten 30 Tagen.

Der Vorgänger Winback Endkunden hat im Zwölfmonatsfenster noch 18.293 Mails und 19.882 € gebracht und steht heute auf draft. Es gibt derzeit überhaupt keinen Winback. Das Problem ist nicht zu viel Rabatt. Es gibt gar keine Ansprache.
WasWie
OrtKlaviyo → Flows → DE-Winback-WB (ID RamXTP)
Diagnose zuerstTrigger und Flow-Filter öffnen. Der Flow wartet 90 Tage ab dem auslösenden Ereignis. Seit Dezember 2025 hätte er also senden müssen. Prüfen: greift der Metric-Trigger? Schließt ein Filter alle aus? Steht eine Smart-Sending- oder Frequenzsperre davor?
Dann ändernDie 40-%-Mail löschen. An Tag 96 stehen zwei Mails, gemeint ist DE-E3.1_WB („Exklusiv für dich: 40 % Comeback-Vorteil"). DE-E2.1_WB bleibt. Nicht weil sie zu teuer wäre, sondern weil sechs Tage nach dem 30-%-Angebot ein besseres Angebot kommt, das erzieht zum Warten. Eine Stufe, ein Ablaufdatum.
Statt der zweiten StufeNeuheit statt Nachlass: „Was es seit deinem letzten Besuch bei uns gibt." Der Grund: 58 % der Zweitkäufe sind eine andere Produktgruppe als der Erstkauf. Wiederkauf heißt bei uns überwiegend Sortimentserweiterung, und Neuheit erzieht niemanden zum Warten.
AufwandDiagnose 1 bis 2 Stunden · Änderung 30 Minuten
MesspunktNach 14 Tagen: sendet der Flow überhaupt? Empfängerzahl gegen null ist der einzige Test, der zählt.

2 · Die Tag-15-Mail stoppen

Unverändert gegenüber dem Playbook. Die Zahlen halten der Nachprüfung stand.

MailEmpfängerÖffnungKlickUmsatzAbmeldungen
Tag 1 · „Genieße deine exklusiven Vorteile"24.08869,2 %6,7 %8.899 €457
Tag 15 · „Meine persönliche Empfehlung für dich"22.18444,3 %2,7 %992 €521
Tag 17 · „Ein Geschenk für dich" (10 %)22.75755,7 %4,6 %3.254 €377

Die Tag-15-Mail kostet die meisten Adressen aller 41 Flow-Mails, 521 Abmeldungen bei 992 € Umsatz, und hat die niedrigste Klickrate aller Mails über 20.000 Empfänger. Zum Vergleich: die Willkommensserie bringt 10,26 € je Empfänger bei 0,04 % Abmeldungen. (Höhere Abmelderaten haben zwei Warenkorbabbruch-Mails, aber bei 1.200 bis 1.500 Empfängern statt 22.000. In absoluten Zahlen ist die Tag-15-Mail der größte Adressenverlust im Konto.)

Der Text erklärt, warum sie so schlecht läuft. Sie bewirbt fest verdrahtet Lungenkraut und Borax, unabhängig davon, was der Kunde gekauft hat. Borax ist die Produktgruppe mit der schlechtesten Wiederkaufsrate aller Verkaufsgruppen: 23,0 % gegen 29,0 % bei CDL und 40,9 % bei Arthridea. Wir empfehlen dem frisch gewonnenen Kunden ausgerechnet das Produkt, das ihn am seltensten zurückbringt.
WasWie
OrtKlaviyo → Flows → Post Purchase - 1. Kauf (ID UtMpjr) → die Mail an Tag 15, TrsSTU („Meine persönliche Empfehlung für dich")
Schritt 1, heuteMail auf Manual/Draft setzen. Nicht löschen, damit die Statistik vergleichbar bleibt.
Schritt 2, in zwei WochenNeu schreiben mit Bezug auf das gekaufte Produkt. Wohin der Cross-Sell zeigen soll, steht jetzt gemessen in der Übergangsmatrix (Playbook, Kapitel 4): bei zwölf von sechzehn Erstkauf-Gruppen sind es Gelenk, Antioxidantien oder Basis-Vitamine. Ein zweiter Kauf dort bringt 59 bis 77 € statt 42 € innerhalb von CDL oder Borax.
AufwandAbschalten 5 Minuten · Neufassung halber Tag
MesspunktAbmelderate des gesamten Post-Purchase-Flows nach 30 Tagen. Heute 1,96 % über alle drei Mails.

3 · Replenishment scharf schalten

Unverändert. Der Flow DE-ReplenishmentReminder (ID QYV9UL) hat 24 Schritte, ist produktspezifisch nach Packungsreichweite getaktet und steht seit dem 15. Juni 2026 auf draft. Betreffzeilen wie „Dein Blasenkomplex reicht noch etwa eine Woche" oder „Die flüssige Bierhefe reicht noch etwa eine Woche".

Warum er an die richtige Stelle zielt. Der zweite Kauf verteilt sich so: Spitze bei Tag 15–30 (400 Kunden/Tag), Masse zwischen Tag 30 und 180. Der Post-Purchase-Flow endet an Tag 17. Ein Replenishment-Reminder mit 7- bis 84-Tage-Takt deckt genau das Fenster ab, in dem heute nichts läuft.
Aber die Erwartung gehört gedämpft: der Flow deckt vier Artikel, nicht das Sortiment. Die zwölf Mails laufen auf Blasenkomplex, Honig-Elixier, Floratur EM Bio und flüssige Bierhefe. Nur einer davon taucht überhaupt als Einstiegsprodukt auf, Floratur, mit 1.582 von 128.470 Erstkäufern, also 1,2 %. Die Türöffner sind CDL (11.061 Erstkäufer), Borax (13.809 über drei Varianten) und PEA. Das ist ein Pilot, kein Hebel. Scharfschalten lohnt trotzdem, er beweist, ob der Mechanismus funktioniert. Aber ein 10-%-Holdout auf 1,2 % der Erstkäufer liefert nie ein lesbares Ergebnis; hier zählt zuerst, ob überhaupt gesendet wird.

Zwei Dinge vorher prüfen: Die erste Mail steht auf sofort ab Auslöser und sagt „reicht noch etwa eine Woche", am Bestelltag ist das ein Rückrufgrund, kein Reminder. Und: der Schwesterflow De-ReplenishmentReminderKategorien (SEbLfp, 20 Schritte, 1. Juli) arbeitet über Kategorien statt Einzelartikel, das ist die Fassung mit Reichweite. Beide ansehen, bevor eine scharf geschaltet wird.
WasWie
Vor dem ScharfschaltenDrei Dinge prüfen: (1) Zeigen die Produktverweise auf aktuelle URLs? Mehrere Produkt-URLs sind 2025 umgezogen. (2) Greift der Metric-Trigger, dieselbe Frage, die beim Winback offen ist. (3) Kollidiert die Taktung mit dem Post-Purchase-Flow?
ScharfschaltenMit 10 % Holdout. Klaviyo kann das im Flow selbst. Ohne Kontrollgruppe misst man die Saison mit, und die bewegt sich gerade stark.
AufwandPrüfung 2 Stunden · Scharfschalten 15 Minuten
MesspunktWiederkaufsrate nach 90 Tagen, Behandlungsgruppe gegen Holdout. Ihr Verhältnis zur Jahresrate liegt über fünf Jahrgänge stabil bei 0,52–0,57, deshalb ist sie als Frühindikator brauchbar.

4 · 2+1-Sets an Erstkäufer, erst nachrechnen, dann ändern neu, und noch nicht belegt

Das ist die eigentliche Rabattleiter. Die Suche nach dem Rabatthebel hat ihn nicht in den Flows gefunden, sondern im Broadcast: 46 der 171 Kampagnen im Zwölfmonatsfenster sind Aktionen, sie erreichen 2,6 Millionen Sendungen und machen 414.860 €, die Hälfte des gesamten Broadcast-Umsatzes auf 38 % der Sendungen. Und das dominante Format ist nicht „X Prozent", sondern „2+1 gratis": PEA, Borax, Arthridea, Schatzkammer.

Der Verdacht: Ein 2+1-Set ist rechnerisch ein Drittel Nachlass, und es liefert dem Kunden den Jahresbedarf. Gemessen: Set-Erstkäufer kommen mit 26,2 % wieder, Einzelartikel-Erstkäufer mit 31,2 %.

Aber der Beleg trägt noch nicht, deshalb steht diese Maßnahme hinten. Der Vergleich stellt 152.332 Einzelartikel-Käufern nur 5.675 Set-Käufer gegenüber und kontrolliert weder Produkt noch Jahrgang. Beide Verzerrungen zeigen in dieselbe Richtung: Sets gibt es vor allem bei PEA, Borax und Methylenblau, und darunter sind mit Borax (23,0 %) und Methylenblau (23,7 %) die beiden Gruppen mit dem schlechtesten Wiederkauf überhaupt. Dazu sind Sets ein junges Format, während die Wiederkaufsrate jahrgangsweise ohnehin fällt.

Und die Geldkennzahl zeigt andersherum: Set-Erstkäufer bringen im ersten Jahr 85,09 € Erlös, Einzelartikel-Käufer 80,35 €.

Was zuerst zu tun ist: derselbe Artikel als Set gegen denselben Artikel einzeln, im selben Erstkaufsjahr. Eine Abfrage. Bleiben die fünf Prozentpunkte übrig, umsetzen, und dann am Erlös je Kunde messen, nicht an der Wiederkaufsrate.
WasWie
ÄnderungAus dem Empfängersegment der 2+1-Aktionen Erstkäufer der letzten 90 Tage ausschließen. Sie bekommen dieselbe Aktion als Einzelartikel mit Nachkauf-Anreiz statt als Vorratspaket.
OrtKlaviyo → Segmente. Ein neues Ausschluss-Segment, dann bei jeder Aktionskampagne als Exclusion setzen.
AufwandSegment anlegen 30 Minuten · danach ein Häkchen je Kampagne
Was es kostetEhrlich: kurzfristig Umsatz. Die Aktionen tragen die Hälfte des Broadcast-Umsatzes. Deshalb nicht abschalten, sondern für ein Segment umbauen, und gegen Holdout messen.
MesspunktWiederkaufsrate der Erstkäufer-Kohorte nach 90 Tagen, gegen die 26,2 %. Frühestens nach einem Quartal beurteilbar.

Was zuerst

Bevor jemand loslegt: jede Zeile braucht einen Namen und ein Datum. Ohne das ist die Reihenfolge unten eine Empfehlung, keine Zuteilung, und in vier Wochen weiß niemand, warum nichts passiert ist.
MaßnahmeWerbis wannwer prüft nach
1 · Tag-15-Mail aus
2 · Winback-Diagnose
3 · Replenishment mit Holdout
4 · Set-Rechnung (within-product)
5 · Tag-1-Mail neu schreiben
Heute

Tag-15-Mail aus

Fünf Minuten, keine Rückfragen nötig, kein Risiko. 992 € Jahresumsatz stehen gegen 521 verlorene Adressen.

Heute

Winback-Diagnose

Warum sendet ein Flow auf live nichts? Diese Frage betrifft wahrscheinlich auch das Replenishment, derselbe Trigger-Typ. Deshalb vor dem Scharfschalten klären, nicht danach.

Diese Woche

Replenishment mit Holdout live

Sobald die Trigger-Frage geklärt ist. Mit 10 % Kontrollgruppe, sonst ist die Wirkung hinterher nicht belegbar.

Erst nach der Rechnung

Erstkäufer-Ausschluss für 2+1

Nicht diese Woche. Erst within-product rechnen (siehe oben), dann Segment anlegen. Der einzige der vier Punkte, der kurzfristig Umsatz kostet, und der einzige ohne belastbaren Beleg.

Nächste 2 Wochen

Tag-1-Mail umschreiben

Heute ein Service-Verzeichnis mit 17 Links, kein Wort zum gekauften Produkt. 69 % öffnen sie. Stattdessen: wie wende ich an, was ich gekauft habe? Das adressiert das größte Abbruchrisiko, „Ich hab's probiert, es hat nichts gebracht."

Eine Regel für alle vier. Kontrollgruppe von Anfang an, mindestens 10 % Holdout. Ohne sie misst man die Saison und die Kanalverschiebung mit, und beide bewegen sich gerade stark: der Shop-Traffic hat sich seit 2024 halbiert. Wer ohne Holdout startet, kann hinterher nicht sagen, ob die Maßnahme gewirkt hat, und genau diese Aussage ist die Grundlage für die Freigabe der zweiten Tranche.
Woher die Zahlen kommen

Klaviyo, ausschließlich lesend, Flows, Flow-Schritte, Mailtexte, Auswertungs-Reports über 12 und über 30 Tage, Kampagnen und Segmente. Kein Anlegen, kein Ändern, kein Senden. Rohdaten in .results/klaviyo-potenzial.json, klaviyo-flow-texte.json und klaviyo-retention-ist.json.

Der Befund „Winback sendet nicht" im Detail: Der Zwölfmonats-Report aggregiert nach flow_id. RamXTP kommt darin nicht vor, ebenso wenig im 30-Tage-Report; im gesamten Export erscheint die ID genau einmal, nämlich in der Flow-Liste selbst. Ein Flow ohne Sendungen erscheint in Klaviyos Auswertungs-Reports nicht. Abwesenheit ist hier das Signal.

Wiederkaufs- und Produktgruppenzahlen stammen aus der JTL-Kundenanalyse (Mandant Alveda, Endkunden, bezahlt, nicht storniert, Erstkauf über die volle Historie ab 2018, Kohorten mit ≥360 Tagen Reife).

Was diese Vorlage nicht kann: Sie sagt nicht, wie viel jede Maßnahme bringt. Klaviyos Umsatzzuordnung ist Last-Touch innerhalb des Klaviyo-Fensters, für den Vergleich zwischen Mails belastbar, als Aussage über zusätzlichen Umsatz nicht. Deshalb steht bei jeder Maßnahme ein Messpunkt und keine Ertragsprognose.