Jede Maßnahme mit Fundstelle, Klaviyo-ID, Aufwand und Messpunkt · alle Zahlen read-only aus Klaviyo gelesen
Wofür das hier gedacht ist: Diese vier Maßnahmen sind der Vorlauf zur Entscheidung über die Million. Sie setzen den Faktor, an dem die ganze Rechnung hängt: den zweiten Kauf. Sie kosten zusammen weniger als einen Arbeitstag und sollten laufen, bevor größere Beträge in Reichweite fließen.
Zwei davon sind gegenüber dem Playbook vom 1. August korrigiert. Was sich geändert hat, steht jeweils dabei. Das lohnt sich zu lesen, bevor jemand loslegt.
| Was | Wie |
|---|---|
| Ort | Klaviyo → Flows → DE-Winback-WB (ID RamXTP) |
| Diagnose zuerst | Trigger und Flow-Filter öffnen. Der Flow wartet 90 Tage ab dem auslösenden Ereignis. Seit Dezember 2025 hätte er also senden müssen. Prüfen: greift der Metric-Trigger? Schließt ein Filter alle aus? Steht eine Smart-Sending- oder Frequenzsperre davor? |
| Dann ändern | Die 40-%-Mail löschen. An Tag 96 stehen zwei Mails, gemeint ist DE-E3.1_WB („Exklusiv für dich: 40 % Comeback-Vorteil"). DE-E2.1_WB bleibt. Nicht weil sie zu teuer wäre, sondern weil sechs Tage nach dem 30-%-Angebot ein besseres Angebot kommt, das erzieht zum Warten. Eine Stufe, ein Ablaufdatum. |
| Statt der zweiten Stufe | Neuheit statt Nachlass: „Was es seit deinem letzten Besuch bei uns gibt." Der Grund: 58 % der Zweitkäufe sind eine andere Produktgruppe als der Erstkauf. Wiederkauf heißt bei uns überwiegend Sortimentserweiterung, und Neuheit erzieht niemanden zum Warten. |
| Aufwand | Diagnose 1 bis 2 Stunden · Änderung 30 Minuten |
| Messpunkt | Nach 14 Tagen: sendet der Flow überhaupt? Empfängerzahl gegen null ist der einzige Test, der zählt. |
Unverändert gegenüber dem Playbook. Die Zahlen halten der Nachprüfung stand.
| Empfänger | Öffnung | Klick | Umsatz | Abmeldungen | |
|---|---|---|---|---|---|
| Tag 1 · „Genieße deine exklusiven Vorteile" | 24.088 | 69,2 % | 6,7 % | 8.899 € | 457 |
| Tag 15 · „Meine persönliche Empfehlung für dich" | 22.184 | 44,3 % | 2,7 % | 992 € | 521 |
| Tag 17 · „Ein Geschenk für dich" (10 %) | 22.757 | 55,7 % | 4,6 % | 3.254 € | 377 |
Die Tag-15-Mail kostet die meisten Adressen aller 41 Flow-Mails, 521 Abmeldungen bei 992 € Umsatz, und hat die niedrigste Klickrate aller Mails über 20.000 Empfänger. Zum Vergleich: die Willkommensserie bringt 10,26 € je Empfänger bei 0,04 % Abmeldungen. (Höhere Abmelderaten haben zwei Warenkorbabbruch-Mails, aber bei 1.200 bis 1.500 Empfängern statt 22.000. In absoluten Zahlen ist die Tag-15-Mail der größte Adressenverlust im Konto.)
| Was | Wie |
|---|---|
| Ort | Klaviyo → Flows → Post Purchase - 1. Kauf (ID UtMpjr) → die Mail an Tag 15, TrsSTU („Meine persönliche Empfehlung für dich") |
| Schritt 1, heute | Mail auf Manual/Draft setzen. Nicht löschen, damit die Statistik vergleichbar bleibt. |
| Schritt 2, in zwei Wochen | Neu schreiben mit Bezug auf das gekaufte Produkt. Wohin der Cross-Sell zeigen soll, steht jetzt gemessen in der Übergangsmatrix (Playbook, Kapitel 4): bei zwölf von sechzehn Erstkauf-Gruppen sind es Gelenk, Antioxidantien oder Basis-Vitamine. Ein zweiter Kauf dort bringt 59 bis 77 € statt 42 € innerhalb von CDL oder Borax. |
| Aufwand | Abschalten 5 Minuten · Neufassung halber Tag |
| Messpunkt | Abmelderate des gesamten Post-Purchase-Flows nach 30 Tagen. Heute 1,96 % über alle drei Mails. |
Unverändert. Der Flow DE-ReplenishmentReminder (ID QYV9UL) hat 24 Schritte, ist produktspezifisch nach Packungsreichweite getaktet und steht seit dem 15. Juni 2026 auf draft. Betreffzeilen wie „Dein Blasenkomplex reicht noch etwa eine Woche" oder „Die flüssige Bierhefe reicht noch etwa eine Woche".
| Was | Wie |
|---|---|
| Vor dem Scharfschalten | Drei Dinge prüfen: (1) Zeigen die Produktverweise auf aktuelle URLs? Mehrere Produkt-URLs sind 2025 umgezogen. (2) Greift der Metric-Trigger, dieselbe Frage, die beim Winback offen ist. (3) Kollidiert die Taktung mit dem Post-Purchase-Flow? |
| Scharfschalten | Mit 10 % Holdout. Klaviyo kann das im Flow selbst. Ohne Kontrollgruppe misst man die Saison mit, und die bewegt sich gerade stark. |
| Aufwand | Prüfung 2 Stunden · Scharfschalten 15 Minuten |
| Messpunkt | Wiederkaufsrate nach 90 Tagen, Behandlungsgruppe gegen Holdout. Ihr Verhältnis zur Jahresrate liegt über fünf Jahrgänge stabil bei 0,52–0,57, deshalb ist sie als Frühindikator brauchbar. |
Der Verdacht: Ein 2+1-Set ist rechnerisch ein Drittel Nachlass, und es liefert dem Kunden den Jahresbedarf. Gemessen: Set-Erstkäufer kommen mit 26,2 % wieder, Einzelartikel-Erstkäufer mit 31,2 %.
| Was | Wie |
|---|---|
| Änderung | Aus dem Empfängersegment der 2+1-Aktionen Erstkäufer der letzten 90 Tage ausschließen. Sie bekommen dieselbe Aktion als Einzelartikel mit Nachkauf-Anreiz statt als Vorratspaket. |
| Ort | Klaviyo → Segmente. Ein neues Ausschluss-Segment, dann bei jeder Aktionskampagne als Exclusion setzen. |
| Aufwand | Segment anlegen 30 Minuten · danach ein Häkchen je Kampagne |
| Was es kostet | Ehrlich: kurzfristig Umsatz. Die Aktionen tragen die Hälfte des Broadcast-Umsatzes. Deshalb nicht abschalten, sondern für ein Segment umbauen, und gegen Holdout messen. |
| Messpunkt | Wiederkaufsrate der Erstkäufer-Kohorte nach 90 Tagen, gegen die 26,2 %. Frühestens nach einem Quartal beurteilbar. |
| Maßnahme | Wer | bis wann | wer prüft nach |
|---|---|---|---|
| 1 · Tag-15-Mail aus | |||
| 2 · Winback-Diagnose | |||
| 3 · Replenishment mit Holdout | |||
| 4 · Set-Rechnung (within-product) | |||
| 5 · Tag-1-Mail neu schreiben |
Fünf Minuten, keine Rückfragen nötig, kein Risiko. 992 € Jahresumsatz stehen gegen 521 verlorene Adressen.
Warum sendet ein Flow auf live nichts? Diese Frage betrifft wahrscheinlich auch das Replenishment, derselbe Trigger-Typ. Deshalb vor dem Scharfschalten klären, nicht danach.
Sobald die Trigger-Frage geklärt ist. Mit 10 % Kontrollgruppe, sonst ist die Wirkung hinterher nicht belegbar.
Nicht diese Woche. Erst within-product rechnen (siehe oben), dann Segment anlegen. Der einzige der vier Punkte, der kurzfristig Umsatz kostet, und der einzige ohne belastbaren Beleg.
Heute ein Service-Verzeichnis mit 17 Links, kein Wort zum gekauften Produkt. 69 % öffnen sie. Stattdessen: wie wende ich an, was ich gekauft habe? Das adressiert das größte Abbruchrisiko, „Ich hab's probiert, es hat nichts gebracht."
Klaviyo, ausschließlich lesend, Flows, Flow-Schritte, Mailtexte, Auswertungs-Reports über 12 und über 30 Tage, Kampagnen und Segmente. Kein Anlegen, kein Ändern, kein Senden. Rohdaten in .results/klaviyo-potenzial.json, klaviyo-flow-texte.json und klaviyo-retention-ist.json.
Der Befund „Winback sendet nicht" im Detail: Der Zwölfmonats-Report aggregiert nach flow_id. RamXTP kommt darin nicht vor, ebenso wenig im 30-Tage-Report; im gesamten Export erscheint die ID genau einmal, nämlich in der Flow-Liste selbst. Ein Flow ohne Sendungen erscheint in Klaviyos Auswertungs-Reports nicht. Abwesenheit ist hier das Signal.
Wiederkaufs- und Produktgruppenzahlen stammen aus der JTL-Kundenanalyse (Mandant Alveda, Endkunden, bezahlt, nicht storniert, Erstkauf über die volle Historie ab 2018, Kohorten mit ≥360 Tagen Reife).
Was diese Vorlage nicht kann: Sie sagt nicht, wie viel jede Maßnahme bringt. Klaviyos Umsatzzuordnung ist Last-Touch innerhalb des Klaviyo-Fensters, für den Vergleich zwischen Mails belastbar, als Aussage über zusätzlichen Umsatz nicht. Deshalb steht bei jeder Maßnahme ein Messpunkt und keine Ertragsprognose.